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Komponenten | 29 November 2010

Renesas: 'Wir wollen die ehemaligen Nokia Mitarbeiter selbstverständlich behalten'

Nach der Übernahme von Nokias Wireless Modem Sparte durch Renesas waren wir darauf aus, Näheres zu erfahren. Auf der electronica hatten wir die Möglichkeit uns mit Dr. Manfred Schlett, Senior Director Mobile Platform Centre bei Renesas, zu unterhalten.


Was passiert mit den ehemaligen Nokia Mitarbeitern. Gibt es Restrukturierungspläne?

Hier muss man sich kurz anschauen, warum wir diese Akquisition eigentlich vorgenommen haben und was der Hintergrund dazu ist. Die Übernahme der Nokia Wireless Modem Business Unit ist sehr speziell - wir haben keinen Umsatz gekauft; wir haben keine Kunden akquiriert. Es ist schlicht und einfach eine Know-How Akquisition. Daher ist das Ziel des Ganzen dieses neue Know-How und die R&D Technologie auch zu behalten.

Es geht sehr stark um Patente und IP (Intellectual Property) in diesem Bereich. Es geht darum Produkte machen zu können. Das können wir jedoch nur machen, wenn dieses – sehr spezielle – Know-How bei uns in der Firma bleibt.

Das neue Unternehmen Renesas Mobile ist daher bestrebt diese Leute – so weit das möglich ist – zu behalten. Das gilt auch für alle Standorte. Das bedeutet wir haben 600 Mitarbeiter in Oulu (Finnland), rund 200 in Indien, 150 Mitarbeiter sind in Großbritannien und 600 in Tokyo (Japan) beschäftigt. Es geht also nicht darum umzustrukturieren. Natürlich werden gewisse Aufgaben neu verteilt, aber das Know-How soll erhalten bleiben und genutzt werden.

Und wie haben die Mitarbeiter die Übernahme aufgenommen? Wollen die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter bei Renesas bleiben?

Renesas hofft das sehr stark. Ob nun Renesas oder ein Wettbewerber der bevorzugte Arbeitgeber ist, kann letztendlich jedoch nur der Nokia-Mitarbeiter entscheiden. Wir sind jedenfalls sehr optimistisch.

Von Marktanteilen hört man auch eher wenig? Wie groß ist der Marktanteil von Renesas, vor allem, wo soll er hingehen?

Ich konzentriere mich mal auf den Bereich Mobile. Renesas Electronics hat bei bestimmten Komponenten einen sehr hohen Marktanteil, z.B: für bestimmte Komponenten wie Power Amplifier oder RF Transceiver erreichen wir teilweise Marktanteile um die 20-30%. Auf den asiatischen Märkten haben wir in einigen Bereichen (z.B. Smartphone) bis zu 100% Marktanteil. Global gesehen sind wir bei Smartphones jedoch eher schwach aufgestellt. Dort brauchen wir eben genau die Technologie, die wir von Nokia erworben haben. Hier möchten wir einer der Top3 Player werden.

Renesas verbucht heute im Segment Mobile einen Umsatz von etwa 1,2 Milliarden USD. Das Ziel ist die zügige Umsatzerhöhung auf 2 und 4 Milliarden. Dies wiederum würde uns in die Top3 bringen. Wie wir dann die weitere Entwicklung sehen werden, über 2018 hinaus, kann man nicht genau sagen. Wir hoffen jedoch in 8 Jahren die Nummer 1 in diesem Bereich zu sein. Wir sprechen hier jedoch von einem sehr langen Zeitrahmen.

War die Übernahme von Nokia Wireless ein langfristiges strategisches Ziel oder hat sich das eher durch Zufall ergeben?

Die Dynamik des Marktes haben einige Firmen unterschätzt. Die Lizenzierung der NokiaTechnologie war zunächst anders gedacht, glaube ich. Ob Nokia daran gedacht hat, diesen Bereich irgendwann zu verkaufen, kann ich nicht beurteilen. Wir haben ursprünglich nicht an eine Akquisition gedacht, das stand damals nicht zur Debatte. Damals stand z.B. auch Infineon Wireless nicht zum Verkauf.

Die Dynamiken des letzten Jahres waren so, dass aus der Lizenzierung tatsächlich ein Bedarf entstand. Die Lernkurve für Renesas endete damit, dass wir diesen Bereich letztendlich akquiriert haben. Am Anfang war das jedoch so nicht wirklich absehbar.

Warum hat man sich bei der Technologie-Lizenzierung für Nokia und nicht etwa für Infineon oder andere Unternehmen in diesem Bereich entschieden?

Nokia hat als eines der wenigen Unternehmen das Modell vorangetrieben, Connectivity-Lösungen als Commodity anzubieten. Sie sind, aus welchen Gründen auch immer, den Weg gegangen, dass diese Technologie lizensierbar ist. Wir haben Gespräche mit anderen geführt und natürlich auch überlegt, wie man die Aktivitäten, die uns im asiatischen Bereich so erfolgreich machen, weltweit übertragen kann.

Dort haben wir gesehen, dass wir die Modem-Technologie selber brauchen und es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass eine Kooperation nur bedingt möglich ist. Alle anderen Gespräche haben für uns letztendlich keinen wirklichen Sinn gemacht. Die Nokia Modem-Technologie war die, die am Markt für uns am sinnvollsten war.
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Vielen Dank für das Gespräch.

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