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Komponenten | 08 Juni 2007

Siemens mit neuem Rekord bei der Datenübertragung

Forscher von Siemens Corporate Technology haben einen neuen Rekord bei der Daten├╝bertragung in optischen Polymerfaserkabeln aufgestellt. Dank eines neuen Daten├╝bertragungsverfahrens konnten sie eine zehnmal h├Âhere Datenrate als bei Produkten, die derzeit auf dem Markt sind, erreichen.
Damit d├╝rfte sich die Polymerfaser endg├╝ltig im Home-Entertainment-Bereich und in der Fabrikautomatisierung durchsetzen. Polymerfaserkabel gestatten jedem Laien, schnelle Datenverbindungen im heimischen Netzwerk aufzubauen: Kleine Wandlerboxen ├╝bersetzen das elektrische Signal aus der Kupferleitung in ein optisches Signal. Daran lassen sich die d├╝nnen Kabel aus Kunststoff, die das optische Signal quer durch die Wohnung zum Empf├Ąnger transportieren, problemlos anschlie├čen. Aufgrund der sehr hohen ├ťbertragungsrate dieser Polymerfaserkabel k├Ânnten k├╝nftig so auch datenschwere Fernsehsignale innerhalb der eigenen vier W├Ąnde ├╝bermittelt werden. Bislang aber hatten die Polymerfasern einen entscheidenden Nachteil: Ihre ├ťbertragungskapazit├Ąt war auf 100 Megabit (Mbit) pro Sekunde beschr├Ąnkt. Zwar reicht das derzeit f├╝r DSL, Internet-Telefonie und Internet-Fernsehen aus, doch Experten sind sich sicher, dass mit der rasant steigenden ├ťbertragungskapazit├Ąt im Internet schon in K├╝rze ein Gigabit (1000 Mbit) erforderlich sein wird. F├╝r das anwenderfreundliche und kosteng├╝nstige Polymerfaserkabel sah die Zukunft deshalb eine zeitlang d├╝ster aus. Forscher von Siemens Corporate Technology haben jetzt aber die Schallmauer durchbrochen und weltweit einen neuen Rekord aufgestellt: Dank eines neuen Verfahrens zur Daten├╝bertragung konnten sie im Labor tats├Ąchlich ein Gigabit pro Sekunde ├╝ber eine 100 Meter lange Teststrecke jagen ÔÇô ohne Fehler und Flimmern auf dem Bildschirm. F├╝r eine Anwendung im Haushalt w├Ąre eine solche Strecke bereits lang genug. Der Clou bei den giga-schnellen optischen Polymerfaserkabeln: Die Bits werden nicht wie bisher als gew├Âhnliche Lichtimpulse verschickt. Vielmehr haben die Siemens-Forscher einen speziellen Algorithmus angewendet, der die Lichtsignale so ver├Ąndert, dass mehr Informationen in die verf├╝gbare Bandbreite der Polymerfaser passen. Die aus DSL und WLAN bekannte Mehrtr├Ągermodulation haben die Forscher dabei so angepasst, dass sie auch auf Lichtsignale anwendbar ist. ÔÇ×Durch die so genannte Quadratur-Amplituden-Modulation mit bis zu 256 Signalzust├Ąnden kann die so genannte Bandbreiteneffizienz gemessen in Bit pro Sekunde und Hertz deutlich erh├Âht werdenÔÇť, erkl├Ąrte Sebastian Randel, Projektleiter bei Siemens Corporate Technology. Dank ihres Algorithmus konnten die Forscher schlie├člich exakt 1008 Megabit pro Sekunde auf die Reise durch ein Polymerfaserkabel schicken. Damit ist die Polymerfaser nicht nur fit f├╝r die Zukunft im Eigenheim, sondern vor allem auch f├╝r die Industrie-Automation. Dort haben sich die robusten und kosteng├╝nstigen Leitungen als Standard l├Ąngst etabliert. Sie verkn├╝pfen Werkzeugmaschinen oder Roboter untereinander und mit der Steuerzentrale. Ebenso wie im Privatbereich sind dort st├Ąndig h├Âhere Datenraten gefragt. So strebt auch die Industrie dem Gigabit entgegen. Randel sieht noch mehr Anwendungsm├Âglichkeiten f├╝r die schnelle Polymerfaser, etwa in der Automobilindustrie, bei der Steuerung von Windkraftanlagen oder in der Medizintechnik. Besonders dort wachsen die Datenmengen rasend schnell, da sich die Aufl├Âsung von bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie st├Ąndig erh├Âht. Der Zukunft der kosteng├╝nstigen Polymerfaserkabel steht deshalb nun nichts mehr im Wege.
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