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Elektronikproduktion | 04 Oktober 2006

Ist BenQ Mobile noch retten?

Nach der Insolvenz von BenQ Mobile in Deutschland will der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager die Produktion noch bis Ende des Jahres fortsetzen. Innerhalb von drei Monaten müsse das Unternehmen aber profitabel sein.
Der taiwanesische BenQ-Konzern hat nach eigenen Angaben seit der Übernahme des zu Siemens gehörenden Handy-Geschäfts vor einem Jahr einen Verlust von umgerechnet 840 Millionen Euro gemacht. Das Unternehmen habe mit allen Mitteln versucht, die Verluste zu stoppen, aber es sei nicht gelungen.

"Ab 1. Januar muss das Unternehmen profitabel sein, sonst kann es der Insolvenzverwalter nicht fortführen," meint Prager. "Wir brauchen einen Käufer - einen Unternehmer, der sich zutraut, das Unternehmen weiterzuführen. Ob wir den kriegen, wird die Zukunft zeigen."

Der Chef von BenQ Mobile, Clemens Joos, appellierte an die großen Telekommunikationsunternehmen und an die Endverbraucher, ihren Beitrag zur Rettung des Unternehmens zu leisten und dessen Geräte nun nicht zu boykottieren, sondern verstärkt zu kaufen. Alle Erlöse kämen der insolventen Firma zugute, betont Joos. Deren Mitarbeiter hätten in den vergangenen Monaten viel geleistet und gehofft, die Früchte im Weihnachtsgeschäft zu ernten. Joos erklärte auch, dass er überrascht gewesen sei, dass BenQ seine Restrukturierungsmittel eingestellt habe. Denn die Restrukturierung sei nach seiner Auffassung bereits zu 70 Prozent abgeschlossen gewesen.

Nach heftiger Kritik verzichtet der Vorstand der Siemens AG laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung auf die angekündigte Gehaltserhöhung um 30 Prozent. Zudem habe der Vorstand die Schaffung eines 30-Millionen-Euro-Fonds beschlossen, mit dem Härten bei den erwarteten BenQ-Mobile-Entlassungen abgemildert sowie die Qualifizierung, Umschulung oder Weiterbildung Betroffener bezahlt werden sollen.

Siemens-Chef Kleinfeld sagte: "Wir finden die Vorgehensweise von BenQ in Deutschland inakzeptabel und helfen, so gut wir können. Wenn BenQ die Mitarbeiter im Regen stehen lässt, wollen wir aktiv tatkräftig helfen - und zwar schnell." Das eingesparte Geld aus der wieder rückgängig gemachten Gehaltserhöhung solle ebenfalls in den Härtefonds fließen, schrieb das Blatt.

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