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Elektronikproduktion | 01 Dezember 2010

Standort sichern und wieder ausbauen: Isola Düren nutzt Krise zur Neuausrichtung

Führender Hersteller bei Basismaterialien für Leiterplatten erschließt Märkte außerhalb der Elektronik.
Vordergründig gehören sie nicht zum Portfolio des Unternehmens, sind aber tatsächlich zu einem wichtigen Produktbereich und für die Allgemeinheit zu einem gewohnten Bestandteil unserer Landschaften geworden: Windräder, mit denen Strom erzeugt wird. "Enorme Fliehkräfte wirken auf jeden Flügel eines Windrades ein", beschreibt Karl Stollenwerk, Geschäftsführer der Isola GmbH, Düren, "entsprechend stabil muss zum Beispiel der Rotor sein." Doch steht im Anforderungskatalog eines Windrades nicht nur die Festigkeit, auch Flexibilität und Leichtigkeit gehören dazu. "Bestenfalls reicht ein Hauch, um es in Bewegung zu setzen", beschreibt der Dürener Manager.
Was dies alles mit Isola zu tun hat? Diese Firma nimmt teil am kontinuierlichen Verbesserungsprozess in der Windkraftindustrie: ein erstaunlicher Sachverhalt insofern, als dass das im Jahr 1912 gegründete Traditionsunternehmen bisher für vollkommen andere Produkte im Markt bekannt war: Basismaterialien zur Herstellung von Leiterplatten sind das angestammte Geschäft. Isola ist sogar Weltmarktführer in diesem Bereich.
Und schon drängt sich die nächste Frage auf: Warum sattelt das Unternehmen dann auf andere Branchen um? "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht", beschreibt Stollenwerk den Werdegang: "Seit dem Jahr 2000 bis heute ist der Markt in Europa für unser Kerngeschäft um 50 Prozent geschrumpft. 65 Prozent der Belegschaft mussten wir im Laufe der letzten neun Jahre abbauen. Es ist also höchste Zeit, dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Wir setzen vermehrt auf Zukunftsmärkte außerhalb der Elektronik."

Wertvolle Kontakte in Zukunftsbranchen geknüpft
Wertvolle Kontakte zu Unternehmen – darunter bevorzugt zu Marktführern – in den von Isola anvisierten Zukunftsmärkten sind geknüpft oder tragen bereits erste Früchte. Etabliert hat sich das Geschäftsfeld der "Smart Cards". In Form von Kredit- oder Tankkarten, Bonus- oder Krankenkassenkarten sind diese aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Jede Karte basiert auf einem besonderen Laminat, auf das sich Isola spezialisiert hat. Im Bereich der Windkraftindustrie laufen zurzeit vielversprechende Qualitätstests an Rotorblättern, die mit Isola-Laminaten verstärkt werden. Im Bauwesen können demnächst neuartige Dach- und Fassadensysteme dank der Technologien Isolas durch außergewöhnliche Formen und Geometrien auch anspruchsvolle Architekten überzeugen. Darüber hinaus arbeitet Isola an neuen Sicherheitslaminaten im Auto: Panzereinlagen aus Kunststoff sollen z. B. zivile Fahrzeuge bzw. deren Insassen vor Anschlägen schützen – ein Markt, der in Krisengebieten boomt. Der Vorteil gegenüber bisher verwendetem schusssicheren Stahl ist, dass die Autos wesentlich leichter und damit wirtschaftlicher nutzbar werden. Zudem ist Isola im Bereich der Elektromobilität aktiv. "Elektroautos als Fahrzeuge der Zukunft brauchen, um sich am Markt durchzusetzen, extrem leistungsfähige Batterien. Hier haben wir mit unserem Platinen-Know-how die Trumpfkarte in der Hand", schätzt das Management des Dürener Unternehmens die Perspektiven optimistisch ein.

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2017.12.13 22:15 V8.9.2-1