Elektroindustrie: Plus bei Aufträgen verstetigt sich
Die deutliche Besserung der Auftragslage in der deutschen Elektroindustrie verfestigt sich. Im Juli 2010 legten die Aufträge um 28% gegenüber Vorjahr zu.
"Zwar fiel der Zuwachs geringer aus als im Vormonat, dieser war allerdings auch durch Großaufträge geprägt", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Inländische Kunden orderten im Juli 24% mehr als vor einem Jahr, ausländische 31%. Kumuliert von Januar bis Juli lagen die Auftragseingänge 27% über Vorjahr. Bei den Inlandsbestellungen lag das Plus hier bei 25%, bei den Auslandsbestellungen bei 29%.
Der Umsatz mit Elektroprodukten ist im Juli um 15% gegenüber Vorjahr gestiegen. "Dabei spielt das Ausland nach wie vor eine dominante Rolle", so Dr. Gontermann. Der Inlandsumsatz nahm im Juli um 10% zu, der Auslandsumsatz wuchs deutlich kräftiger um 20%. Über den Gesamtzeitraum von Januar bis Juli 2010 übertraf der Umsatz sein Vorjahresniveau um 14%. Die (preisbereinigte) Produktion in der Elektroindustrie ist im Juli um 12% und zwischen Januar und Juli um 11% gegenüber Vorjahr gestiegen. "Auch hier hat sich der Anstieg zuletzt etwas abgeflacht", so Dr. Gontermann.
Nach dem sehr kräftigen Anstieg im Juli hat das Geschäftsklima in der Elektroindustrie im August eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Die Erwartungen haben im August etwas nachgegeben, dennoch rechnen nur 6% der Firmen mit rückläufigen Geschäften im nächsten halben Jahr. Insgesamt war das Geschäftsklima - als Mittel aus Lagebeurteilung und Erwartungen - im August so hoch wie seit Sommer 2007 nicht mehr.
Nach einem Rückgang in 2009 um ein Fünftel von EUR 182 Mrd. auf EUR 145 Mrd. geht der ZVEI in seiner jüngsten Prognose davon aus, dass sich der Branchenumsatz 2010 wieder der Marke von EUR 160 Millarden nähert. Die Produktionsprognose wurde von bislang erwarteten plus 5% auf jetzt plus 8% angehoben.
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