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Michael Gasch (Data4PCB) Leiterplatten | 23 April 2010

Preise für Leiterplatten-Rohstoffe

Die Preiserhöhungswelle ist in Europa bereits angekommen. Die hier noch produzierenden Firmen sind bereits seit einigen Wochen dabei, die Verkaufspreise den geänderten Kosten anzupassen. Ein Kommentar von Michael Gasch (Data4PCB).
Der Nachfrageschub in Asien war plötzlich und vehement und traf alle Anbieter in der Lieferkette ziemlich unvorbereitet. Die Rohstoffe für Laminat sind: etwa 20 % Harz (nur 5 Hersteller weltweit), 30 % Glasgewebe (nur 5 Hersteller) und 50 % Kupferfolie (17 Hersteller, davon aber die Hälfte ausschließlich in-house).

Wegen des Bedarfsrückgangs in der Krise wurden Glasöfen stillgelegt, die für die Elektronik erforderliche Sonderqualität war kaum noch wirtschaftlich zu fertigen. Ist ein Ofen aber erst einmal stillgelegt, dauert es mehrere Monate bis er wieder produktiv sein kann.

Harze sind Erdölprodukte und da die Preise wegen der Krise langeZeit nicht revidiert werden konnten, besteht Nachholbedarf (Preis Januar 2009: 40 USD, Preis heute: 85,30) Die Preise für Rohkupfer verteuerten sich seit Januar 2009 um 150 % (von 3.070 USD/to auf 7.660 USD/to).

Die bereits ausgesprochenen (und die in den nächsten Wochen weiter zu erwartenden) Preiserhöhungen für Laminate, müssen von den Leiterplattenherstellern nun an ihre Abnehmer weitergegeben werden, denn sonst kostet es sie das Überleben.

Viel problematischer als die Preiserhöhungen ist die Verknappung von Laminaten. Bekannte Elektronikprodukte (Mobiltelefon, Computer) erfreuen sich weiterhin guter Nachfrage, nicht zuletzt wegen Zusatzfunktionen und neuer Programme. Neue Produkte kamen hinzu (Tablets) und die allgemeine Nachfrage hat sich in fast allen Branchen belebt.

Die Leiterplattenhersteller in Asien sind schon jetzt ausgelastet (üblicherweise ist dies erst ab Ende des 2. Quartals der Fall, wenn dort das Weihnachtsgeschäft beginnt). Die Zahl der aus Asien wieder abgezogenen Leiterplatten-Aufträge wächst, so daß auch die in Europa verbliebenen Hersteller bereits seit einigen Monaten an der eigenen Kapazitätsgrenze arbeiten. Steigende Lieferzeiten von inzwischen schon mehreren Monaten sind der Beweis dafür.

Damit laufen alle Laminathersteller bereits an der Kapazitätsgrenze. Neue Kapazitäten (in Asien) sind geplant, doch bis diese liefern können, werden Monate vergehen. Die neuen Kapazitäten werden allerdings weniger für Standardmaterial aufgebaut sondern für halogenfreie Qualitäten, die hochpreisig sind und daher einen besseren Ertrag bieten.

Wir stehen also vor der weltweiten Kontingentierung von Basismaterial und dies wird die Industrie viel mehr treffen. Die in Europa noch bestehenden Laminatkapazitäten reichen bei weitem nicht aus, die hiesige Industrie zu versorgen. Einige asiatische Lieferanten haben sich schon vor einigen Wochen wieder aus dem Europageschäft verabschiedet und die noch verbliebenen Handelsfirmen werden den plötzlichen Mehrbedarf nicht erfüllen können.

Es wird also hektisch und nur die besten Beziehungen zwischen Abnehmern und Lieferanten werden die Versorgung einigermaßen sichern können.

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