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Elektronikproduktion | 21 April 2010

Innovationen sind ein Schlüssel zum nachhaltigen Turnaround

Die Fertigungsindustrie ist überdurchschnittlich hart von der Finanzkrise getroffen worden. Drastische Auftragseinbrüche, gestiegene Finanzierungskosten und ein verschärfter Verdrängungswettbewerb brachten viele Unternehmen in Not.
Durch die Finanzkrise sind immer mehr Unternehmen der Fertigungsindustrie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Eine spürbare Erholung zeichnet sich nur sehr zögerlich ab. Auftragseinbrüche im vergangenen Jahr und gestiegene Kapitalkosten zwangen viele Unternehmen, drastische Restrukturierungsprogramme einzuleiten. In seiner aktuellen Dissertation analysiert Tobias Eichner, wie operative, finanzielle, portfolio- und managementbezogene Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Krisenüberwindung beeinflussen.

Der gesamte Restrukturierungsprozess einzelner Unternehmen wurde dafür über fünf Jahre hinweg verfolgt. Die Studie liefert nicht nur den Nachweis für die Wirksamkeit von Restrukturierungsansätzen, sondern identifiziert auch ungeeignete Strategien.

Ein wesentliches Ergebnis ist, dass insbesondere operative Maßnahmen zum Erfolg einer Restrukturierung beitragen. Um eine Krise nachhaltig zu bewältigen, muss das Restrukturierungsprogramm zum einen klassische operative Maßnahmen zur Kostenreduzierung, Effizienzsteigerung oder Kapazitätsanpassung beinhalten. Dadurch lassen sich Verluste kurzfristig eindämmen und Krisenursachen direkt adressieren. Ihre Wirksamkeit hängt allerdings vom richtigen Timing ab. Zum anderen sind wachstumsorientierte Maßnahmen wie neue Produkte, zielgerichtete Akquisitionen oder Investitionen nötig.



Sie schaffen Wettbewerbsvorteile nach der Krise und führen das Unternehmen auf den Wachstumspfad zurück. Besonders auffällig ist die Wirkung von Produktinnovationen, die einen entscheidenden Beitrag zum nachhaltigen Turnaround leisten.

Produktinnovation als Erfolgsfaktor
Die Untersuchung zeigt, dass in der Fertigungsindustrie neben der frühzeitigen Ankündigung und raschen Umsetzung des Restrukturierungsprogramms insbesondere Produktinnovationen einen signifikant positiven Effekt auf die Krisenbewältigung haben. Sie sind ein Signal für Kunden, Lieferanten sowie Kapitalgeber und sichern die langfristige Wettbewerbsdifferenzierung.

„Dass Produktinnovationen wichtig für den Restrukturierungserfolg sind, war zu erwarten“, erklärt Tobias Eichner. „Überraschend aber ist, dass sie sehr viel deutlicher als nahezu alle anderen Erfolgsfaktoren vorteilhaft für einen nachhaltigen Turnaround sind.“

Da sich die positive und nachhaltige Wirkung von Produktinnovationen nicht unmittelbar im Markt entfaltet, müssen sie frühzeitig eingeleitet werden. Die Krise an sich kann dabei sogar von Nutzen sein. So ist es in wirtschaftlich schwierigen Phasen oft leichter, Fachpersonal abzuwerben, technologische Kooperationen mit Wettbewerbern einzugehen und Intellectual Capital aufzubauen.

In Krisenzeiten werden zudem antizyklische Investitionen in anwendungsorientierte Forschung vom Staat eher subventioniert, beispielsweise durch Konjunkturpakete. Damit sind zusätzliche Ausgaben für Innovationen mit einem generellen Sparkurs im Rahmen einer Restrukturierung durchaus vereinbar.

Rückkehr zu profitablem Wachstum
Die empirische Studie gibt konkrete Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Krisenbewältigung. Unerlässlich ist ein frühzeitiges und entschlossenes Handeln in Form eines umfassenden Restrukturierungsprogramms. Aufwendungen für Innovationen müssen von Beginn an in ausreichendem Umfang in der Finanzplanung des Restrukturierungsprogramms berücksichtigt werden. Kürzungen bei Forschung und Entwicklung sollten nur selektiv und auf keinen Fall in Kernbereichen erfolgen.

Darüber hinaus gilt es, erfolgskritische Innovationsprojekte zu beschleunigen, da Verzögerungen im harten Verdrängungswettbewerb einer Krise besonders negative Folgen haben können. Neben Produktinnovationen sind auch Innovationen zur intelligenten Produktkostensenkung anzustreben. Zudem muss die Innovationstätigkeit bei Geschäftspartnern – insbesondere bei Kunden und Investoren – aktiv kommuniziert werden, um ihre Signalwirkung entfalten zu können.

Gemeinsam mit den in einer Restrukturierung erzielten Produktivitätssteigerungen bilden absatzorientierte Produktinnovationen eine hervorragende Basis für die Rückkehr zu profitablem Wachstum. „In den letzten Jahren gehörten stets diejenigen Unternehmen zu den Gewinnern, denen die richtige Balance zwischen Sparprogrammen und innovationsgetriebener Vorwärtsstrategie gelungen ist“, so Tobias Eichner. „Nur wer diesen Spagat beherrscht, kann sich im Wettbewerb durchsetzen.“
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In der soeben veröffentlichten Dissertation „Restructuring and Turnaround of Distressed Manufacturing Firms“ wird die Wirksamkeit verschiedener Restrukturierungsstrategien analysiert. Dafür wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren 151 deutsche, britische und US-amerikanische Fertigungsunternehmen in Krisensituationen untersucht. Die Analyse zeigt, dass operative Restrukturierungen den größten Erfolgsbeitrag zur Krisenbewältigung leisten, das richtige Timing dabei aber von entscheidender Bedeutung ist. Einen ausgesprochen starken Beitrag zu einem nachhaltigen Turnaround leisten Produktinnovationen. Für die Dissertation wurde der Autor Tobias Eichner, Partner bei Oliver Wyman, mit dem Schmalenbach-Preis 2009 ausgezeichnet.

Quelle: Oliver Wyman

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