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Elektronikproduktion | 16 April 2010

Assel sieht größere Umsatzdynamik für 2010

Wir sprachen mit Jarosław Prolejko, CEO des polnischen EMS-Dienstleisters Assel, über die Zukunftspläne desa Unternehmens und die Marktsituation in Polen.


Wie würden Sie die gegenwärtige Marktsituation von Assel beschreiben?
Assel ist seit 10 Jahren auf dem Kontrakthersteller-Markt präsent. Unser Werk in Pruszcz Gdañski hat eine Fläche von 14.000 qm. Ein Teil ist neu und wir nutzen diese gerade für neue Projekte. Unsere Kunden kommen sowohl aus Europa als auch aus dem Inland, doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie stellen sehr hohe Ansprüche an ihren Produktionspartner.

Wodurch möchten Sie sich von der Konkurrenz unterscheiden?
Wir wollen in der Produktion einen hohen, internationalen Rang erreichen und ich finde, dass wir dies in vielen Aspekten, wie etwa bei dem logistischen Kundenservice, der technischen Kompetenz sowie der Herstellungstechnologie bereits erreicht haben.

Meiner Meinung nach sollten die Kompetenzen eines Kontraktherstellers über die Produktion hinausgehen, denn die Herstellung selbst ist lediglich ein Teilbereich des gesamten Spektrums an Kenntnissen, über die eine EMS-Firma verfügen sollte. Wir bemühen uns stets, die Qualität des Produktionsprozesses auf höchsten Niveau zu halten, was unter anderem durch die Anwendung zahlreicher verschiedenartiger Technologien erreicht wird. Meiner Meinung nach ist das jedoch nicht alles. Wir konzentrieren uns auf solchen Kenntnissen, die es uns ermöglichen, die Erwartungen unserer anspruchsvollsten Kunden zu erfüllen, indem wir ihnen komplexe Dienstleistungen und professionelle Kundenbetreuung bieten.

Auf welche Art von Kunden richtet sich das bei Assel entwickelte Geschäftsmodell aus?
Wir sortieren unsere Kunden keineswegs danach, ob sie wichtiger oder weniger wichtig sind, denn jeder Kunde ist bei uns willkommen. Wir beobachten jedoch, dass wir im Stande sind, sogar diejenigen Kunden zufriedenzustellen, die sehr hohe Ansprüche an ihren Produktionspartner stellen.

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir uns aktiv an der Verbesserung des Entwicklungs- und Produktionsprozesses unserer Kunden beteiligen können. Dies ist bei einer Zusammenarbeit mit kleineren EMS-Unternehmen, deren Kompetenzen strikt auf Herstellungskenntnisse beschränkt sind, nicht möglich. Bei Assel konzentrieren wir uns nicht darauf, die Herstellungskosten so niedrig wie möglich zu halten, sondern bemühen uns stattdessen, die Gesamtkosten, die der Kunde trägt, so weit wie möglich zu beschränken und lösen auch Probleme, die außerhalb des Produktionsprozesses auftreten.

Wissen polnische Kunden solch ein Geschäftsmodell zu schätzen?
Wir können deutlich sehen, dass polnische Unternehmen ihre Erwartungen nicht so klar formulieren, wie ihre europäischen Konkurrenten. Eine Ausnahme stellen Firmen dar, die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt präsent sind und wissen, worauf eine gelungene Zusammenarbeit mit einem Kontrakthersteller beruht. Solche Kunden haben immer größere Erwartungen. Allgemein muss man jedoch feststellen, dass bei polnischen Firmen immer noch die Einstellung dominiert, dass Kontraktherstellung die Montage von Komponenten zu PCBs bedeutet.

Was erwarten Sie vom Jahr 2010?
Im Vergleich zu unserer Konkurrenz in Westeuropa, wo die Wirtschaftskrise deutlich sichtbarer war, sind wir in einer günstigen Lage. Assel ist von der Krise nicht betroffen worden und es sieht danach aus, als ob 2010 eine noch größere Umsatzdynamik mit sich bringen wird, als das im vorigen Jahr der Fall war, in dem wir bereits eine Absatzsteigerung von 20 % erreicht haben.

Unsere Perspektiven für 2010 sind vielversprechend. Wir planen weitere Initiativen zur Steigerung von organisatorischen Kenntnissen durch die Implementierung eines sehr komplexen Computersystems sowie durch die Einführung weiterer Technologien in den Produktionsprozess.

Wie sehen Ihre Pläne in einer breiteren Perspektive aus?
Wir konzentrieren uns nicht auf eine spektakuläre Umsatzsteigerung, denn dies ist nicht unser Ziel. Eher denken wir an den weiteren Aufbau eines breiten Spektrums an Kompetenzen und einer Marke „Made in Poland”. Mein Wunsch ist nicht ein Unternehmen mit hohem Umsatz, sondern eins mit gesundem Gewinn, dass auf der Wertschöpfung für seine Kunden basiert.

Assel ist gegenwärtig bereits kein Unternehmen mehr, dass sich hauptsächlich mit Elektronik beschäftigt. Wir sehen uns eher als ein komplexes Dienstleistungsunternehmen. Die Produktion von Elektronik generiert lediglich die Hälfte unseres Umsatzes, der zweite Teil resultiert aus anderen Kontraktarbeiten — aus Dienstleistungen aus den Bereichen Mechanik, Engineering oder auch Elektromechanik.

Es sieht so aus, als wären komplexe Dienstleistungen zur Zeit ein starker Trend auf dem EMS-Markt?
Die meisten Produkte bestehen nicht nur aus Elektronik, sondern stellen eine komplexe Kombination dar. Eine Leiterplatte mit eingebauten Komponenten ist noch kein Produkt. Das Ziel unserer Kunden besteht meistens darin, das Problem der Erhaltung von Produktionsstärke, Personal und Produktionsflächen loszuwerden, was mit konkreten Konsequenzen verbunden ist, vor allem dann, wenn die Nachfrage fluktuiert. Aus diesem Grund würde ich nicht von einem Trend sprechen, sondern von einem Bedarf.

Wie sehen Sie den gesamten polnischen EMS-Sektor? Was fehlt ihm im Vergleich zu seinen ausländischen Konkurrenten?
Das Konzept der Kontraktherstellung ist in Polen noch relativ neu, so müssen wir erst einen natürlichen Entwicklungsprozess durchgehen. Eine charakteristische Eigenschaft ist jedoch sichtbar, vor allem bei kleinen Unternehmen: Während man im Ausland vor allem die „total costs” betrachtet, konzentriert man sich bei uns hauptsächlich auf den Kosten jedes Elements im Einzelnen, was eine sehr beschränkte Perspektive der Kontraktherstellung darstellt, die sich oft nur auf die Anbringung der Komponenten an der Leiterplatte beschränkt — diese enge Bedeutung hat in Polen leider oft der Begriff „Outsourcing in der Elektronik”.

Stimmen Sie mit der Meinung überein, dass polnische OEM-Unternehmen bedeutend seltener bereit sind, die Herstellung ihrer Produkte in Auftrag zu geben, als ihre Branchenkollegen im Ausland?
Dies ist vor allem eine Frage nach dem Sinn einer ökonomischen Strategie, in der ein Unternehmen eigene Produktionskräfte unterhält. Viele Entscheidungen über das Investieren in eigene Maschinen beruht auf der enthusiastischen Hoffnung auf Erfolg. Solange die Produktion hoch ist, lohnt es sich, im eigenen Rahmen zu produzieren.

Oftmals denkt man jedoch nicht daran, was passiert, wenn sich die Situation in Zukunft ändert und die Produktion fällt. Niemand fragt sich, was dann mit den Maschinen, dem Personal und der Produktionsfläche geschehen soll. Entscheidungen über Investitionen werden in der Hoffnung auf weitere Absatzsteigerung getroffen, was jedoch nicht immer der Fall sein muss.

Dann muss das Unternehmen oft mit dem Problem von angeschafften Produktionskräften klarkommen. Einige Firmen versuchen sich dann als Dienstleister, doch dieser Tätigkeit muss man viel Aufmerksamkeit widmen. Es ist schwierig, eigene Produkte herzustellen und gleichzeitig EMS-Leistungen anzubieten; das klappt nur in den seltensten Fällen und wird von den Kunden eher negativ betrachtet.

Polnische Elektronikunternehmen sind auch noch ziemlich misstrauisch, da die Idee der Kontraktherstellung hier immer noch als eine Neuheit angesehen wird. Doch die Situation wird sich immer weiter in Richtung des Modells entwickeln, das in Westeuropa bereits vor einiger Zeit entstanden ist. Man sollte auch mit zukünftig höheren Arbeitskosten rechnen, was den Unterhalt einer eigenen Produktion noch weniger rentabel macht. Hinzu kommt, dass bei einer Erweiterung der Geschäftsskala die Produktion selbst nicht mehr das Problem ist, denn in diesem Fall gewinnen Schwierigkeiten mit Verkauf und Distribution an Bedeutung.

Vielen Dank für das Interview.

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