Sucht Siemens neuen Eigentümer für Telefonfirma Gigaset?
Siemens will Kreisen zufolge seine frühere Telefontochter Gigaset dem gegenwärtigen Mehrheitseigentümer Arques wieder aus der Hand nehmen und sucht dafür einen neuen Investor.
Laut Reuters habe der Technologiekonzern bereits bei anderen Finanzinvestoren angeklopft, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag zu Reuters. "Es brodelt heftig hinter den Kulissen. Siemens sucht in der Tat nach Alternativen", hieß es auch in Finanzkreisen. Der Konzern fürchte, dass es Gigaset ähnlich ergehen könnte wie seinerzeit der verkauften Handysparte, die im Besitz der Taiwaner BenQ mit mehr als 3000 Mitarbeitern pleite ging, sagte ein anderer Insider aus dem Umfeld des Aufsichtsrats.
Zunächst keine offizielle Stellungnahmen
Rein rechtlich kann Siemens als Minderheitseigentümer Arques seinen Mehrheitsanteil - außer bei groben Verstößen gegen die Kaufvereinbarungen - wohl kaum mehr abnehmen. Allerdings macht Siemens den Kreisen zufolge im Hintergrund seinen Einfluss geltend. Finanzielle Anreize dürften mitunter auch im Spiel sein. Siemens und die Beteiligungsgesellschaft Arques wollten sich zu den Informationen nicht äußern, Gigaset war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Zusammenhang mit Siemens-Hörgerätesparte
Das Vorhaben sei im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Siemens-Hörgerätesparte zu sehen, sagte einer der Insider. Ein Ausfall bei Gigaset könnte die auf gut zwei Milliarden Euro veranschlagte Transaktion gefährden und heftigen Widerstand bei den Arbeitnehmervertretern auslösen. Siemens will Finanzkreisen zufolge am 22. Februar die Weichen für einen Verkauf der Hörgerätetochter stellen. Daraus ergebe sich ein gewisser Zeitdruck für eine Lösung bei Gigaset.
Lösung durch Schiedgericht?
Siemens streitet schon seit einigen Monaten mit Arques über die Zukunft des deutschen Marktführers bei schnurlosen Telefonen. Zuletzt klagte Siemens, selbst noch mit knapp 20 Prozent an Gigaset beteiligt, erfolgreich gegen die Berufung des Arques-Vorstands Michael Hütten an die Spitze von Gigaset. Zudem fordert der Dax-Konzern den im Kaufvertrag zugesicherten Millionenbeitrag zur Sanierung des Telefonherstellers von Arques ein. "Wir suchen nach einer gemeinsamen Lösung. Wir befinden uns diesbezüglich vor einem Schiedsgericht, wo ein neutraler Gutachter den Fall klären soll", sagte ein Arques-Sprecher.
Angespanntes Verhältnis zw. Arques und Gigaset
Auch das Verhältnis zwischen Arques und Gigaset gilt in Branchenkreisen seit langem als angespannt. So habe Gigaset den Millionenerlös aus dem Verkauf der Modemsparte an eine Tochter des Siemens-Partners Gores zum Großteil bei Arques abliefern müssen, hatte es bereits vor Monaten geheißen. Der Siemens-Konzern, dem Gigaset beim Verkauf die Kassen mit 50 Millionen Euro füllte und der selbst 20 Millionen Euro für den laufenden Stellenabbau bereitstellte, sei alarmiert. Die ehemalige Mutter habe in den Verträgen entsprechend vorgesorgt, so dass Gigaset selbst bei einer Pleite von Arques weiterbestehen könne.
Arques ist auf den Kauf und die Sanierung von schlingernden Unternehmen spezialisiert und war damit eine Zeit lang auch erfolgreich. Seit geraumer Zeit sorgt das Unternehmen nun aber schon mit roten Zahlen und häufigen Management-Wechseln für Schlagzeilen.
Zunächst keine offizielle Stellungnahmen
Rein rechtlich kann Siemens als Minderheitseigentümer Arques seinen Mehrheitsanteil - außer bei groben Verstößen gegen die Kaufvereinbarungen - wohl kaum mehr abnehmen. Allerdings macht Siemens den Kreisen zufolge im Hintergrund seinen Einfluss geltend. Finanzielle Anreize dürften mitunter auch im Spiel sein. Siemens und die Beteiligungsgesellschaft Arques wollten sich zu den Informationen nicht äußern, Gigaset war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Zusammenhang mit Siemens-Hörgerätesparte
Das Vorhaben sei im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Siemens-Hörgerätesparte zu sehen, sagte einer der Insider. Ein Ausfall bei Gigaset könnte die auf gut zwei Milliarden Euro veranschlagte Transaktion gefährden und heftigen Widerstand bei den Arbeitnehmervertretern auslösen. Siemens will Finanzkreisen zufolge am 22. Februar die Weichen für einen Verkauf der Hörgerätetochter stellen. Daraus ergebe sich ein gewisser Zeitdruck für eine Lösung bei Gigaset.
Lösung durch Schiedgericht?
Siemens streitet schon seit einigen Monaten mit Arques über die Zukunft des deutschen Marktführers bei schnurlosen Telefonen. Zuletzt klagte Siemens, selbst noch mit knapp 20 Prozent an Gigaset beteiligt, erfolgreich gegen die Berufung des Arques-Vorstands Michael Hütten an die Spitze von Gigaset. Zudem fordert der Dax-Konzern den im Kaufvertrag zugesicherten Millionenbeitrag zur Sanierung des Telefonherstellers von Arques ein. "Wir suchen nach einer gemeinsamen Lösung. Wir befinden uns diesbezüglich vor einem Schiedsgericht, wo ein neutraler Gutachter den Fall klären soll", sagte ein Arques-Sprecher.
Angespanntes Verhältnis zw. Arques und Gigaset
Auch das Verhältnis zwischen Arques und Gigaset gilt in Branchenkreisen seit langem als angespannt. So habe Gigaset den Millionenerlös aus dem Verkauf der Modemsparte an eine Tochter des Siemens-Partners Gores zum Großteil bei Arques abliefern müssen, hatte es bereits vor Monaten geheißen. Der Siemens-Konzern, dem Gigaset beim Verkauf die Kassen mit 50 Millionen Euro füllte und der selbst 20 Millionen Euro für den laufenden Stellenabbau bereitstellte, sei alarmiert. Die ehemalige Mutter habe in den Verträgen entsprechend vorgesorgt, so dass Gigaset selbst bei einer Pleite von Arques weiterbestehen könne.
Arques ist auf den Kauf und die Sanierung von schlingernden Unternehmen spezialisiert und war damit eine Zeit lang auch erfolgreich. Seit geraumer Zeit sorgt das Unternehmen nun aber schon mit roten Zahlen und häufigen Management-Wechseln für Schlagzeilen.
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