Verlangsamt sich die Migration von Electronics Manufacturing nach Asien?
Kommentar: Dies ist eine Frage, die derzeit durch die meisten Köpfe spukt. Es gibt jedoch drei Faktoren, welche die Migration der Elektronikfertigung nach Asien bremsen: steigende Lohnkosten in China, ein größerer Fokus auf die Gesamtbetriebskosten beim Outsourcing, sowie der neue Trend des ‚In-Sourcing’ bei einigen OEM-Unternehmen.
Die steigenden Kosten in den beliebtesten Outsourcing-Regionen bei der Elektronikfertigung führt dazu, dass andere Länder - wie etwa Mexiko, Indien oder auch Vietnam - wettbewerbsfähiger werden. Vor allem Mexiko sollten von diesem Trend profitieren - speziell bei Produkten für den US-Markt.
Die EMS-Industrie folgt seit Jahren den niedrigsten Lohnkosten - rund um den gesamten Erdball - in der Hoffnung, den OEM-Kunden die kostengünstigste Lösung anbieten zu können. In einigen Fällen und einigen Ländern funktionierte dieser Ansatz auch sehr gut (zumindest für einige Jahre). Sobald jedoch die Treibstoffpreise in die Höhe schossen wurden die Risiken im Zusammenhang mit diesem Ansatz offensichtlich. OEM-Unternehmen begannen die Outsourcing-Lösungen - kreuz und quer über die gesamte Hemisphäre verteilt - noch einmal zu überdenken.
In einer ordentlichen Analyse der Gesamtbetriebskosten sind die direkten Lohnkosten nur ein Bestandteil. Die Kostenvorteile können sehr schnell durch andere Faktoren wieder aufgehoben werden; wie etwa durch Themen wie Transport, Support oder auch Lagerkosten.
Ein anderer wesentlicher - jedoch gegenwärtig noch kleiner - Trend ist, dass einige OEMs wieder zu einem gewissen Maß zu ‚wir bauen wieder selbst’ zurückfinden. Die meisten OEM-Unternehmen haben eigenen Fertigungskapazitäten behalten - trotzdem der Grossteil der Leiterplattenbestückung (die Hauptdienstleistung eines EMS-Unternehmens) ausgelagert wurde. OEMS haben ihre eigenen Produktionsanlagen in den gleichen Niedrigkostenregionen wie die EMS-Unternehmen aufgebaut. Ob die OEM-Unternehmen nun wieder vermehrt auf ‚Eigenbau’ übergehen, bleibt abzuwarten und wird in der Branche gegenwärtig diskutiert.
Der Marktforscher Charlie Barnhart hat bereits verdeutlicht, dass (seiner Meinung nach) ab 2Q/2012 das Pendel wieder Richtung Outsourcing schwingen wird. Das Problem hier ist, dass OEM-Unternehmen die Auswirkungen des Outsourcing auf die Kostenstruktur und Produktqualität überdenken. Einige glauben, dass sie es besser als die EMS-Dienstleister können.
In der Zwischenzeit setzt sich die Suche nach den nächsten Niedrigkostenregionen - mit Ländern wie etwa Indien, Vietnam, die Ukraine, Tunesien oder auch Mazedonien - fort.
Unsere Empfehlung war - und wird es auch bleiben - dass keine Voraussetzungen und Entscheidungen je gleich sind. Sich bei der Suche nach niedrigen Lohnkosten wie Lemminge zu verhalten kann zu sehr teueren Fehlentscheidungen führen. OEMs sollte eine angemessene "FIT-Lösung" (Flexibilität, Integration und Timing) berücksichtigen, wenn sie eine Supply-Lösung für ihre elektronischen Produkte aufstellen.
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Autor: Eric Miscoll, Charlie Barnhart & Associates
Die EMS-Industrie folgt seit Jahren den niedrigsten Lohnkosten - rund um den gesamten Erdball - in der Hoffnung, den OEM-Kunden die kostengünstigste Lösung anbieten zu können. In einigen Fällen und einigen Ländern funktionierte dieser Ansatz auch sehr gut (zumindest für einige Jahre). Sobald jedoch die Treibstoffpreise in die Höhe schossen wurden die Risiken im Zusammenhang mit diesem Ansatz offensichtlich. OEM-Unternehmen begannen die Outsourcing-Lösungen - kreuz und quer über die gesamte Hemisphäre verteilt - noch einmal zu überdenken.
In einer ordentlichen Analyse der Gesamtbetriebskosten sind die direkten Lohnkosten nur ein Bestandteil. Die Kostenvorteile können sehr schnell durch andere Faktoren wieder aufgehoben werden; wie etwa durch Themen wie Transport, Support oder auch Lagerkosten.
Ein anderer wesentlicher - jedoch gegenwärtig noch kleiner - Trend ist, dass einige OEMs wieder zu einem gewissen Maß zu ‚wir bauen wieder selbst’ zurückfinden. Die meisten OEM-Unternehmen haben eigenen Fertigungskapazitäten behalten - trotzdem der Grossteil der Leiterplattenbestückung (die Hauptdienstleistung eines EMS-Unternehmens) ausgelagert wurde. OEMS haben ihre eigenen Produktionsanlagen in den gleichen Niedrigkostenregionen wie die EMS-Unternehmen aufgebaut. Ob die OEM-Unternehmen nun wieder vermehrt auf ‚Eigenbau’ übergehen, bleibt abzuwarten und wird in der Branche gegenwärtig diskutiert.
Der Marktforscher Charlie Barnhart hat bereits verdeutlicht, dass (seiner Meinung nach) ab 2Q/2012 das Pendel wieder Richtung Outsourcing schwingen wird. Das Problem hier ist, dass OEM-Unternehmen die Auswirkungen des Outsourcing auf die Kostenstruktur und Produktqualität überdenken. Einige glauben, dass sie es besser als die EMS-Dienstleister können.
In der Zwischenzeit setzt sich die Suche nach den nächsten Niedrigkostenregionen - mit Ländern wie etwa Indien, Vietnam, die Ukraine, Tunesien oder auch Mazedonien - fort.
Unsere Empfehlung war - und wird es auch bleiben - dass keine Voraussetzungen und Entscheidungen je gleich sind. Sich bei der Suche nach niedrigen Lohnkosten wie Lemminge zu verhalten kann zu sehr teueren Fehlentscheidungen führen. OEMs sollte eine angemessene "FIT-Lösung" (Flexibilität, Integration und Timing) berücksichtigen, wenn sie eine Supply-Lösung für ihre elektronischen Produkte aufstellen.
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Autor: Eric Miscoll, Charlie Barnhart & Associates
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