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Matthias Holsten Elektronikproduktion | 11 August 2009

Plath EFT: Vierhändig Klavierspielen - über Hightech-Qualität in der Leiterplatten-Technologie

Ein Interview mit Matthias Holsten, Geschäftsführer der Plath EFT GmbH, über die strategische Ausrichtung seines Unternehmens und die Zukunftschancen für einem EMS-Dienstleister im Nischenmarkt Wehrtechnik.
Herr Holsten, Ihr Unternehmen ist relativ neu auf dem Markt, allerdings bereits mit langjähriger Erfahrung in der Wehrtechnik im Gepäck, hervorgegangen aus der Zeit als Fertigungsabteilung der Muttergesellschaft, der Plath GmbH. Warum hat sich die Plath-Gruppe entschieden, damit ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen?

Unsere Muttergesellschaft ist bereits seit über 40 Jahren in der Peil- und Ortungstechnik zu Hause. Mit ihrem fachlichen Schwerpunkt in der Wehrtechnik verfügt sie über ein ausgeprägtes Know-how in der Software-Entwicklung. Für die Umsetzung bildeten wir im Fertigungsbereich die „handfeste Ergänzung“ als Spezialist für anspruchsvolle Hardware-Technologie. Die Räumlichkeiten am Hamburger Stammsitz wurden mit der Zeit knapp, produktionstechnisch stießen wir an Grenzen.

Neue Technologien in der Entwicklung und Herstellung von Baugruppen verlangen zudem sehr spezielle Gegebenheiten. Alles sprach letztendlich für die Gründung eines eigenen Unternehmens- für einen eigenen Stand-ort mit einem Betrieb, bei dem die Produktion und Logistik ökonomisch sinnvoll auf einer Werksebene unterzubringen waren. Hinzu kam, dass unsere Kunden einen strikt abgesicherten ESD (Electro Static Discharge)-Bereich erwarteten, da elektrostatische Entladungen beim Handling der Bauteile schwerwiegende Schä-den verursachen können. Mit der Plath EFT hat sich die Plath-Gruppe breiter aufgestellt und damit eine weitere Säule, die für das Drittgeschäft, installiert. Ein gu-tes Konzept, um das eigene Organigramm und die Kostenstruktur schlank zu halten.

Sie leiten ein Dienstleistungsunternehmen, das Leitplatten und Spezial-Racks entwickelt und herstellt. In welchen Eigenschaften unterscheiden Sie sich mit Ihrem Betrieb von denen anderer EMS-Anbieter?
Das Zauberwort heißt, wie auch in anderen Branchen, „Alles aus einer Hand“. Was wir mit einem hohen Anspruch an Solidität und produktionstechnischer Sicherheit bieten, ist eine im Vergleich zum Wettbewerb große Fertigungstiefe. So gehen wir oft von Anbeginn, schon bei der Entwicklung, mit ins Projekt. Unsere Kunden erkennen schnell den Vorteil, mit uns über den Tellerrand hinauszuschauen.

Wer das Layout mitentwickelt, vorzeitig die Stücklisten prüft und vom Prototyp bis zur Serienfertigung die Prozessentwicklung führt, wird letztendlich nicht nur mit Einzelaufträgen bedacht. Der Vorteil: wesentlich weniger Abstimmungsbedarf, auf lange Sicht. Wir versuchen, den Begriff „Kundenbindung“ für jedermann nachvollziehbar und authentisch zu leben. Mit Hightech-Equipment zu glänzen, ist noch kein Ergebnis. Sie ist folglich die Voraussetzung, richtig mitzudenken, sich vorzeitig auf sehr unterschiedliche Bedarfe in ebenso unterschiedlichen Branchen einzustellen. Das kann, mit Verlaub, in unserem Metier im Moment nicht jeder.

Seit Erlangen des Zertifikats EN9100 hat sich die Plath EFT als hoch qualifizierter Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie erwiesen. Welche Pläne gehen Sie in Zukunft für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens an?


Fertigungshalle bei der Plath EFT:
SMD-bestückte Baugruppen
vor der Dampfphasen-Lötanlage

Wir wenden uns verstärkt dem Gedanken zu, dem Kunden die Vorteile unserer Hightech-Kompetenz für sehr unterschiedliche Leistungsbereiche zu vermitteln. Für die Luftfahrt heißt das, Baugruppen nicht nur zu entwickeln und zu fertigen. Die Reparatur dieser Elemente gewinnt zunehmend an Bedeutung, schon aus ökonomischer Sicht und mit weltweit zunehmend geringerer Verfügbarkeit begehrter Bauteile. Uns versetzt dieses „vierhändige Klavierspielen“ in die Lage, sehr flexibel auf unterschiedlichste Aufgaben zuzugehen. Man sieht uns inzwischen als System-Integrator, der fähig ist, bestehende kundeneigene Systeme und Produkte sehr effizient in seine technologischen Lösungen einzubeziehen.

Die Fertigungsqualität, die mit einer derartigen Qualifizierung wie der EN9100 einhergeht, ist noch lange nicht in all jene, fern der Luft- und Raumfahrt angesie-delten Branchen vorgedrungen. Auch sie können so das Outsourcing auf sehr profitabele Weise betreiben. Was uns reizt, sind anspruchsvolle Aufgaben und ebenso anspruchsvolle Branchen anzugehen. Ein Beispiel: In den kommenden zwei Jahren haben wir vor, die Hinwendung zur Medizintechnik zu betreiben.

Nach Expertenmeinungen steht Deutschland, im technologischen Vergleich, sehr weit vorne, was die elektronische Kampfführungsfähigkeit betrifft. Ist das auch den mittelständischen Unternehmen, wie dem Ihrigen, zu verdanken?
Ohne Zweifel sind wir erst einmal Zulieferer für die innovationsgeprägten Plath-Produkte. Insofern arbeiten wir mit in der ersten Reihe der Denkfabrik. Ein Um-stand, der auch unseren anderen Kunden zugute kommt, zu denen wir auch die Rheinmetall, RLS und RDE zählen dürfen. In dem Sinne glaube ich schon, dass die Plath EFT zu jenen mittelständischen Firmen zählt, die ganz vorne in der Wehrtechnik höchste Qualität anbieten. Es passt durchaus in unser Konzept, diesen Geschäftsbereich im Ausland weiter auszuloten, da die Etats weitaus größer sind als die der deutschen Behörden.

Ist die Plath EFT auch auf dem polizeilichen oder in anderen sicherheitstechnischen Bereichen aktiv - oder beabsichtigen Sie in diesen Markt neu einzusteigen?
Wir bauen das Drittgeschäft natürlich auf jene periphere Fachbereiche aus, in denen unsere Stärken von Vorteil sind. Da kommen der Polizei- und der gesamte Sicherheitsbereich auch in Betracht. Ich kann unsere Stärken, unseren Anspruch auf „Hightech for High-Quality“ in diesem Zusammenhang nicht oft genug unterstreichen. Auch wenn es für uns noch weiße Flecken in der Vertriebslandschaft gibt, Berührungsängste kennen wir nicht. Mit unseren Fertigkeiten diese Fachbereiche und auch die Feuerwehrsicherheit anzugehen, liegt sehr nah - nicht nur aus unserer Sicht.
Bildquellen: IMA

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