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Leiterplatten | 06 Mai 2009

ZVEI: Weltmarkt für Leiterplatten beendet Wachstumsphase

Im Jahr 2008 ist der Weltmarkt für Leiterplatten um 4,8% gegenüber dem Vorjahr auf 48,9 Mrd. US-Dollar geschrumpft. Damit sind fünf Jahre kontinuierlichen Wachstums vorüber, melden der Verband der Leiterplattenindustrie und der ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems. Für 2009 wird ein weiterer Rückgang des Weltmarktes von mehr als 13% erwartet.
Auf Asien entfallen mit 36,25 Mrd. US-Dollar fast drei Viertel des Weltmarkts. Den größten Anteil haben Südostasien einschließlich China mit 27,25 Mrd. US-Dollar und Japan mit neun Mrd. US-Dollar. In Südostasien inkl. China schrumpfte der Markt 2008 um 1,55 Mrd. US-Dollar (-5,4%). Der Rückgang in Japan betrug 0,5 Mrd. US-Dollar (-5,3%). 2007 konnten in China noch 11,4% und in Japan 3,8% Wachstum erzielt werden.

2008 war der europäische Markt stabiler als die übrigen Märkte und größer als der amerikanische. Das Marktvolumen in Europa reduzierte sich um 0,05 Mrd. US Dollar (0,8%) auf 6,15 Mrd. US Dollar, im gleichen Zeitraum schrumpfte der amerikanische Markt deutlich um 0,35 Mrd. US Dollar (5,6%) auf 5,9 Mrd. US Dollar. Der europäische Anteil am Weltmarkt steigerte sich somit im Vergleich zu 2007 von 12,1% auf 12,6%.

Auch 2008 lastete wie in den Vorjahren ein hoher finanzieller Druck auf den Leiterplattenherstellern, durch einerseits hohe Preisreduzierungsforderungen der Kunden und andererseits weiterhin hohe Kosten für Energie, Chemikalien, Werkzeuge und Basismaterialien. Im vierten Quartal 2008 verschärfte sich die Situation extrem durch die beginnende Wirtschaftskrise und einen dadurch schnell schrumpfenden Markt. Hervorzuheben ist die hohe Dynamik und Geschwindigkeit. Beides war so nicht absehbar.

Produktionsrückgang in Europa - Geringe Abnahme der Mitarbeiterzahlen
Das Produktionsvolumen betrug 2008 in Europa 2,267 Mio. Euro und damit 10,8% weniger als im Vorjahr. 2008 ist die Zahl der Hersteller in Europa auf 307 zurückgegangen nach 333 im Jahr 2007. Zum Jahreswechsel 2008 lag die Zahl der Mitarbeiter in Europa bei 22.426 nach 23.873 ein Jahr zuvor (minus 6,1%). Die Verbände erwarten, dass sich die Konsolidierung der europäischen Leiterplattenbranche weiter fortsetzt und sich aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise im Jahr 2009 noch verschärfen wird.

Die Produktion ist in den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz mit 8% auf 1,348 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr weniger stark zurückgegangen als im europäischen Durchschnitt. Die Zahl der Mitarbeiter ist 2008 mit minus 3,2% (442) ebenfalls weniger geschrumpft. Zum Jahreswechsel hatte die Branche 12.556 Beschäftigte.

Industrieelektronik bleibt nach wie vor Hauptabnehmer
Hauptabnehmersegmente in Europa waren 2008 mit 33,4% Marktanteil die Industrieelektronik und mit 21,3% die Kfz-Elektronik, gefolgt von der Telekommunikation mit 14,8%. In den Bereichen Konsumelektronik und Datentechnik wurden 3,4% bzw. 3,6% abgesetzt. In der Militärtechnik wurden 6,4% und der Medizintechnik 5,4% des Umsatzes getätigt. Auf Sonstige entfielen etwa 11,7%.

Die Nischensegmente Militärtechnik und Medizintechnik haben Steigerungsraten von 17,1% und von knapp 9,8%. In der Militärtechnik ist es die Modernisierung der Systeme und in der Medizintechnik ist es die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur, die zusätzliche Produkte entstehen lässt. Beiden ist gemeinsam, dass es meist kleinere Serien in anspruchsvoller Ausführung sind, die nicht nach Asien vergeben werden. Die Industrieelektronik konnte im Wesentlichen ihre Position halten. Dort sind es neue Produkte, die vor Produktpiraterie zu schützen sind und nicht mehr nach Asien vergeben werden.

Deutschland behält Spitzenposition in Europa
In Deutschland ging das Produktionsvolumen von 1.039 Mio. Euro im Jahr 2007 auf 970 Mio. Euro im Jahr 2008 zurück. Der Rückgang war geringer als im europäischen Durchschnitt. Der Marktanteil der Deutschen Hersteller in Europa wuchs 2008 von 41% auf 43%. In Deutschland gab es 2008 77 Leiterplattenhersteller mit 8.956 Mitarbeitern, 2007 waren es 80 Firmen mit 9.220 Mitarbeitern.

Hauptabnehmersegment für die in Deutschland produzierten Leiterplatten war die Kfz-Elektronik mit 32,1%, gefolgt von der Industrieelektronik mit 31,3% und der Telekommunikation mit 10,1%. In das Segment Datentechnik wurden 5,1% geliefert, in die Konsumelektronik 2,1%. Auf die Militärtechnik entfallen 2,1% und auf die Medizintechnik 4,1%. Sonstige 13,3%. Somit haben sich auch in Deutschland die Segmente Militär- und Medizintechnik am stärksten entwickelt.

Markt in Deutschland rückläufig
Das Marktvolumen in Deutschland betrug im Jahr 2008 1.350 Mio. Euro und schrumpfte somit um 6,6%. Hauptabnehmersegmente waren die Kfz-Elektronik mit 34,1% und die Industrieelektronik mit 32,2%. Im Bereich Telekommunikation wurden 18,5% des Umsatzes abgesetzt, gefolgt von den Segmenten Datentechnik (8,9%) und Konsumelektronik (6,3%).

„Die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Leiterplattenbranche sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig abschätzbar“, so Dr. Wolfgang Bochtler, Vorsitzender des Verbandes der Leiterplattenindustrie (VdL). „Alle Unternehmen leiden unter einem massiven Einbruch der Bestellungen. Selbst Regionen und Branchen, die als sichere Abnehmer gelten, sind nicht in der Lage konkrete Bedarfszahlen zu nennen.“

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