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Elektronikproduktion | 27 April 2009

Bosch mit 'Anpassung der Personalkapazitäten'

"Die rückläufige Nachfrage seit Herbst 2008 machte eine entsprechende Anpassung der Personalkapazitäten erforderlich", heisst es im Finanzbericht des deutschen Konzerns. Genaue Angaben zu Zahlen wurden nicht gemacht. Derzeit sind 32 000 Mitarbeiter in Deutschland auf Kurzarbeit gestellt.
Für 2009 erwartet die Bosch-Gruppe eines der schwierigsten Jahre der Unternehmensgeschichte mit deutlichen Umsatz- und Ertragsrisiken. "Wir rechnen mit einer tiefen Rezession bis weit in 2009 hinein, und das 1Q hat diese Annahme mit einem spürbaren Umsatzrückgang klar bestätigt", so Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, auf der Bilanz-Pressekonferenz. "Nach unserer Einschätzung sollten sich im zweiten Halbjahr erste Ansätze einer Stabilisierung zeigen, allerdings auf niedrigem Niveau."

Die rückläufige Nachfrage seit Herbst 2008 machte eine entsprechende Anpassung der Personalkapazitäten erforderlich. Derzeit befinden sich in Deutschland etwa 32 000 Beschäftigte in Kurzarbeit, bei weiteren 26 000 wurde die Arbeitszeit auf tarifvertraglicher Basis reduziert. Im Ausland sind rund 35 000 Mitarbeiter von Arbeitszeitreduzierungen betroffen. Franz Fehrenbach: "Wir wollen unsere Kernmannschaft so weit wie möglich zusammen halten, wo es um konjunkturelle Beschäftigungsschwankungen geht. Gleichzeitig gilt aber, dass wir ohnehin anstehende strukturelle Anpassungen konsequent angehen und auch absehbare Überkapazitäten abbauen müssen."


Die Bosch-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2008 als Folge des weltweiten Konjunktureinbruchs bei Umsatz und Ertrag einen Rückgang verzeichnen müssen. Der Umsatz lag mit €45,1 Milliarden 2,6% unter Vorjahr, um Wechselkurseinflüsse bereinigt belief sich der Rückgang auf 0,5%. Das Ergebnis vor Steuern betrug €940 Millionen, nach €3,8 Milliarden im Vorjahr. Mit 2,1% blieb die Umsatzrendite unter der langfristigen Zielrendite von 7-8%.

Trotz des ungünstigen konjunkturellen Umfeldes hat Bosch 2008 erheblich in die zukünftige Entwicklung investiert. Insgesamt wurden allein im vergangenen Jahr rund €10 Milliarden für Zukunftsinvestitionen aufgewendet. Forschung, Entwicklung und Investitionen bleiben auch in schwierigen Zeiten die Grundlage unserer Zukunftssicherung", so Franz Fehrenbach. Mit €3,9 Milliarden wurde im Bereich Forschung und Entwicklung erneut eine hervorragende Marke erreicht. Ende 2008 arbeiteten mehr als 32 500 Mitarbeiter weltweit an Zukunftsthemen. Für Akquisitionen wendete Bosch €3,2 Milliarden auf und stärkte damit alle drei Unternehmensbereiche. Weitere €3,3 Milliarden wurden in Sachanlagen investiert.

Schwache Autokonjunktur verdeckt Erfolge
In den Unternehmensbereichen zeigte sich im Jahr 2008 ein unterschiedliches Bild. Erhebliche Einbußen verzeichnete die Kraftfahrzeugtechnik mit einem Umsatzrückgang um 6,9% auf €26,5 Milliarden. Ohne Wechselkurseffekte betrug der Rückgang noch 5,1%. Ein wesentlicher Grund liegt im nordamerikanischen Markt, der im Jahresverlauf um rund 16% rückläufig war. Hinzu kamen seit Mitte des Jahres die deutliche Abkühlung der Automobilkonjunktur auch in Europa sowie die daraus resultierenden Produktionskürzungen. Die operative Rendite lag in der Kraftfahrzeugtechnik bei 1,2%, nach 5,8% im Vorjahr.

Der deutliche Abschwung der Automobilkonjunktur verdeckt Erfolge, die mit innovativen Produkten erzielt wurden und mit denen die Marktposition von Bosch weiter gefestigt werden konnte, etwa den Verbrauch senkende Erzeugnisse sowie solche zur Steigerung der Sicherheit. Trotz der klar besten Verbrauchs- und CO2-Werte ist der Anteil der Dieselmotoren am westeuropäischen Pkw-Markt durch die Nachfrageverschiebung hin zu preisgünstigen Fahrzeugsegmenten derzeit rückläufig. Um seine technologische Vorreiterrolle zu sichern, hat Bosch im vorigen Jahr allein €3,2 Milliarden für Forschung und Entwicklung in der Kraftfahrzeugtechnik aufgewendet.

Der Bereich Industrietechnik erzielte im Jahr 2008 einen guten Umsatzzuwachs. Er stieg insgesamt um 13% auf €6,7 Milliarden, wechselkursbereinigt sogar um 15%. Ohne den Effekt aus der erstmaligen teilweisen Einbeziehung der Akquisition ersol Solar Energy betrug der Umsatzzuwachs 10%. Insbesondere aufgrund gestiegener Rohstoffpreise lag die operative Rendite mit 6,6% unter dem Vorjahreswert. Getragen wurde das Wachstum des Bereiches in erster Linie von der Automatisierungstechnik und dem Geschäft mit Komponenten und Getrieben für die Windenergieerzeugung bei Bosch Rexroth. Der Ausbau der internationalen Präsenz und die Entwicklung neuer Produkte führten zu einem guten Geschäftsverlauf auch in der Verpackungstechnik.

Im Bereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik konnte der Umsatz leicht um 1,4% auf €11,9 Milliarden gesteigert werden, in lokalen Währungen betrug das Wachstum 4,2%. Der wesentliche Grund für die Verlangsamung des Wachstums war die Immobilienkrise in den USA und wichtigen europäischen Märkten. Dies gilt insbesondere für die Geschäftsfelder Elektrowerkzeuge, Hausgeräte und Sicherheitstechnik. In der Thermotechnik wirkte sich dagegen die verbesserte Förderung moderner Heizungsanlagen in einer Reihe europäischer Länder positiv aus. Zahlreiche Neuerwerbungen werden erst 2009 ihren vollen Niederschlag im Umsatz des Bereiches finden. Für 2008 betrugen die Konsolidierungseffekte 60 Millionen Euro. Die operative Rendite betrug 6%, gegenüber 7,5% im Vorjahr.

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