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Elektronikproduktion | 22 April 2009

Deutsche Automatisierungsindustrie von der Wirtschaftskrise nicht ausgenommen

Die deutsche Automatisierungsindustrie rechnet 2009 mit einem Umsatzrückgang von fünf bis zehn Prozent nachdem 2008 noch ein Umsatzwachstum von 8,3% auf 45,8 Mrd. Euro erreicht wurde.
„Ende des Jahres zeichnete sich diese Entwicklung ab. Seit Jahreswechsel sind die Aufträge aus den wichtigen Abnehmerbranchen Maschinenbau, Automobilbau und Chemie eingebrochen“, berichtet Dr. Gunther Kegel, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation. Zurzeit liegt die Automation in Auftragseingang und Umsatz zweistellig hinter den Werten des Vorjahrs.

Wie lange die rückläufige Entwicklung anhalten werde, prognostiziert Kegel nicht. Dennoch werde alles getan, um die Mitarbeiter zu halten, um bei der nächsten Erholung über Fachkräfte zu verfügen. „Insbesondere ist der Ingenieurmangel nicht behoben. Neun von zehn Unternehmen gaben in einer Befragung des ZVEI an, noch immer Hochschulabgänger einzustellen“, so Kegel. Die Mitarbeiterzahl in der Automation ist im Jahr 2008 um 3,2% auf fast 234.000 gewachsen.

Noch gute Zahlen für 2008
Der Inlandsumsatz der Automatisierungstechnik ist 2008 um über sechs Prozent gewachsen, der Export um 2,5%, der Import um 3%. Mit einem Export von 26,3 Mrd. Euro beträgt die Exportquote 75%. Nach wie vor ist die „EU27“ Deutschlands wichtigster Handelspartner. Erneut am stärksten rückläufig sind die Geschäfte mit den USA.

„Wir gehören zu den so genannten spätzyklischen Sektoren“, erläutert Michael Ziesemer, im Vorstand des Fachverbands Automation zuständig für die Prozessautomation, mit Blick auf sein Segment. Er hofft, dass die Bodenbildung in der zweiten Jahreshälfte 2009 erreicht wird. Dennoch rechnet er mit einer Fortsetzung der schlechten Konjunkturlage bis ins Jahr 2010: „Wenn sich der Wind dreht, dauert es erfahrungsgemäß noch sechs Monate, ehe das Geschäft wieder anzieht“, so Ziesemer.

Weltmarkt wächst, Nachwuchs in Deutschland sichern
Der ZVEI geht für 2008 von einem Wachstum des Weltmarkts der elektrischen Automation um 5% auf 290 Mrd. Euro aus. 2009 sei kein Wachstum zu erwarten. Deutschland ist mit ca. 12% Produktionsanteil nach wie vor weltweit der größte Nettoexporteur. Mit Blick in die Zukunft erhofft sich die Automationsbrache schneller aus der Krise zu kommen als andere Branchen. „Unsere Produkte helfen den Abnehmerbranchen, Kosten zu senken“, betont Ziesemer. Hier sei insbesondere die Energieeffizienz mit Amortisationszeiten von zum Teil nur wenigen Monaten im Fokus.

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