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Elektronikproduktion | 19 Februar 2009

Greenpeace deckt illegale Entsorgung von Elektroschrott in Nigeria auf

Nach einer dreijährigen Undercover-Untersuchung, zeigt Greenpeace wieder einmal mehr, dass Elektronik-Altgeräte – wie z.B. Ihr alter Fernseher – immer noch nicht verantwortungsbewusst wiederverwertet werden. Stattdessen, wird Elektroschrott als Gebrauchtware getarnt und nach Nigeria verschifft, wo sie dann verkauft, verschrottet oder illegal entsorgt werden.
Die Undercover-Operation, welche mit Hilfe von Sky Television durchgeführt wurde, ist ein weiterer Beleg für den wachsenden Handel mit gefährlichen Abfällen – von Europa in die Dritte Welt – weil Elektronik-Unternehmen nicht die Verantwortung für das Recycling ihrer Produkte übernehmen.

Nach einem Tipp, startete die Umweltorganisation eine Untersuchung, um zu sehen, wo einige der elektronischen Abfälle landen. Greenpeace stattete einen Fernseher (welcher nicht zu reparieren war) mit einem Tracking-Device aus. Danach wurde das Gerät bei der Recycling-Station des Hampshire County Council abgeben. Statt sicher und umweltfreundlich in Großbritannien oder Europa wiederverwertet zu werden (wie es hätte eigentlich sein sollen), wurde der Fernseher von BJ Electronics* als Gebrauchtware nach Nigeria verschifft.

Dem Weg des Elektroschrotts folgen – eine Greenpeace-Untersuchung
Es ist nach EU-Recht illegal, defekte elektronische Waren zu exportieren. Zu keinem Zeitpunkt wurde das Gerät angeschaltet oder getestet, um zu sehen ob der Fernsehr ueberhaupt funktionsfähig ist. Greenpeace konnte die komplette Route des Elektroschrotts verfolgen, das der Fernsehr mit Hilfe eines GPS-Systems versehen wurde.

Nigeria – wie auch Ghana, Pakistan, Indien und China – ist nur eins von vielen Ländern, welche von europäischen Ländern, den USA, Japan, Südkorea und anderen entwickelten Ländern genutzt werden, um giftigen Elektroschrott zu entsorgen. Seit Jahren hat die Umweltgruppe Berge von Elektroschrott aufgedeckt, welche in Entwicklungsländern auftauchen – auf Kosten von Menschen und Umwelt. Die ärmsten Menschen – darunter viele Kinder – bauen TV-Geräte, Mobiltelefone, Spielkonsolen und andere elektronische Geräte auseinander, welche in unzähligen Containern geliefert werden. Keine Sicherheits- oder Schutzvorkehrungen sind vorhanden – sie sind hoch giftigen Chemikalien ausgesetzt; wie etwa Quecksilber, Blei oder Cadmium.

Wo geht Ihr Elektroschrott hin?
Zum ersten Mal ist es Greenpeace gelungen, Elektroschrott von ‚Tür–zu–Tür’ zu verfolgen, so dass die Lücken im Recycling-Programm aufgedeckt werden - illegale Gewinne, welche von Unternehmen in Industrienationen durch das Verbringen von veralteter und gefährlicher Elektronik in Entwicklungsländer gemacht werden. Tausende von alten elektronischen Geräten und Komponenten aus der EU werden jeden Tag nach Afrika verschifft; trotz der Vorschriften zum Verbot des Handels mit Elektroschrott. Einige werden repariert und wiederverwertet, aber viele sind nicht mehr zu reparieren. Dies bedeutet, dass diese Geräte letztlich dort entsorgt werden, wo es keine Einrichtungen für ein sicheres Recycling gibt.

Unternehmen können den illegalen Handel jetzt stoppen, indem sie sicherstellen, dass die Waren frei von gefährlichen Komponenten und Inhaltsstoffen sind. Sie sollten die volle Verantwortung für eine sichere Wiederverwertung ihrer Produkte übernehmen und den immer größer werdenden E-Deponien ein Ende setzen. Unternehmen sollten ein freiwilliges Rücknahme-Programm starten und gefährliche Stoffe aus ihren Produkten entfernen, damit diese sicher und einfach wiederverwertet werden können.
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* BJ Electronics ist der Name des vom Hampshire County Council beauftragte Unternehmen.



Bildquelle: Greenpeace

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