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© thyssen krupp (nur zu Illustrationszwecken) Elektronikproduktion | 05 September 2017

thyssenkrupp eröffnet TechCenter Additive Manufacturing

Metalle und Kunststoffe, Produkte in individuellem Design und in einem einzigen digitalen Prozess gefertigt. Im neu eröffneten TechCenter Additive Manufacturing von thyssenkrupp in Mülheim an der Ruhr ist das jetzt Alltag: Dort wird der Konzern den 3D-Druck von Metallen und Kunststoffen industrialisieren.
Besonders die Schlüsselmärkte Maschinen- und Anlagenbau, Luftfahrt, Marine und Automobil werden von dieser Technologie profitieren. Interne Projekte laufen bereits. "Additive Manufacturing ist ein weiterer Schritt in der digitalen Transformation unseres Konzerns und ein Baustein un-serer Innovationsstrategie“, so Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG, bei der Eröffnung des Centers.

In einer Produktionshalle auf dem Gelände der Lenkungsfertigung von thyssenkrupp arbeitet ein kleines Team zunächst mit jeweils einem Drucker für Metalle und Kunststoffe. Beide Geräte verarbeiten pulverförmige Grundwerkstoffe nach dem Selective Laser Melting- beziehungsweise Sintering-Verfahren und bauen dabei schichtweise Bauteile auf. Als Bauplan ist nur eine CAD-Datei nötig, das Produkt kann dann direkt aus den digitalen Daten, ohne Medienbrüche, fertiggestellt werden. Der herkömmliche Prozessschritt des Werkzeug- oder Formenbaus entfällt.

"Erstmals ist es möglich, dass wir uns ganz auf die Konstruktion als solche fokussieren ohne die Grenzen der herkömmlichen Fertigungsverfahren berücksichtigen zu müssen – das schafft ganz neues Innovationspotenzial“, erklärt Dr. Reinhold Achatz, Technologiechef der thyssenkrupp AG. Bereits heute ist es möglich, mit den Druckern komplexere Strukturen herzustellen, die stabiler, belastbarer und gleichzeitig leichter sind als dies mit gängigen Produktionsmethoden der Fall ist. Seit Anfang 2015 beschäftigt sich eine interdisziplinäre Projektgruppe bei thyssenkrupp mit dem Thema Additive Manufacturing. Anwendungsfelder wurden identifiziert, mehrere Produkte, die via 3D-Druck realisiert werden sollen, befinden sich bereits in der Patentierungsphase. Die Entwicklungskompetenz im Bauteildesign, bei der Werkstoffauswahl und der Prozessentwicklung führten in ersten internen Projekten bereits zu Funktionsverbesserungen und -erweiterungen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Unternehmen.

So konnte beispielsweise eine komplexe Sonde zur Entnahme von Gasproben aus einem Ofen entwickelt und gefertigt werden. Diese ist dank integrierter Kühlkanäle so hitzebeständig, dass sie zum Beispiel in Brennöfen von Zementwerken eingesetzt werden kann. Im Bereich Marine Systems lassen sich Bauteile, die nur in geringer Stückzahl benötigt werden, mit dem 3D-Drucker schneller und kostengünstiger herstellen. Nicht zuletzt, weil nun statt Metall Kunststoff verwendet wird, der durch die spezielle Konstruktion in diesem Fall die gleiche Stabilität bietet. Beide Lösungen ließen sich erst durch den Einsatz dieser neuen Produktionsmethode umsetzen.

In den kommenden drei Jahren verantwortet die zentrale Entwicklungsabteilung des Konzerns das TechCenter, bevor es dann unter dem Dach der Business Area Materials Services weitergeht.

"Wir wissen genau, welche Werkstoffe für welches Produkt optimal sind, und haben die Erfahrung im Bereich Logistik- und Projektmanagement, um das TechCenter schnell voranzubringen. Durch unseren breiten Kundenstamm haben wir zudem genau im Blick, für wen die 3D-Druck-Technologie Vorteile bietet“, sagte Hans-Josef Hoß, Vorstandsmitglied von thyssenkrupp Materials Services, bei der Einweihung des Centers. "Wir binden die Kunden von Beginn an mit ein und können schnell und nach individuellen Anforderungen fertigen – das geht bis hin zur Losgröße 1."

Ähnliche Innovationskerne wie das TechCenter Additive Manufacturing betreibt thyssenkrupp mit dem TechCenter Control Technology, das die Simulation von Prozessen sowie Big Data-Lösungen vorantreibt, und das TechCenter für Batterieproduktion, bei dem die Elektromobilität im Zentrum steht. Alle Einrichtungen fungieren als autark agierende 'Speedboats'.

Das 3D-Druck-Verfahren soll bereits mittelfristig kommerziell genutzt werden: Der Markt für diese Produkte hat sich von 2010 bis 2015 fast vervierfacht und für 2020 wird ein Gesamtmarkt von weltweit USD 21 Milliarden prognostiziert. Die für thyssenkrupp relevanten Zielmärkte werden auf USD zehn Milliarden geschätzt.

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2017.09.26 14:48 V8.7.3-1