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Elektronikproduktion | 11 Juni 2007

Die Angst geht um bei Ericsson in Backnang

Rund 300 Beschäftigte von Ericsson in Backnang haben in der letzten Woche gegen ein Outsourcing der Entwicklungsabteilung protestiert. Viele Mitarbeiter befürchten, dass die mögliche Auslagerung erst der Anfang ist und der ganze Standort auf dem Spiel steht.
Erst Anfang 2006 hatte der schwedische Konzern den Standort Backnang von Marconi übernommen. Viele Mitarbeiter hielten dies damals noch für einen Glücksfall. Vor rund einer Woche hatte die Konzernleitung Kostensenkungen gefordert und ein Outsourcing der Entwicklung, Kündigungen und Abfindungsmodelle ins Spiel gebracht, nun sind die Mitarbeiter verunsichert und haben Angst um ihre Arbeitsplätze.

Nach Informationen der Backnager Kreiszeitung schätzt die IG Metall die Lage als sehr ernst ein. "So bedroht wie jetzt war der Standort Backnang noch nie", sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Klaus Brosi. Er hat die zahlreichen Eignerwechsel und die damit verbundenen Pesonalreduzierungen größtenteils selbst miterlebt.

Der Betriebsrat befürchtet, dass die gesamte Entwicklung ab Januar von einem Outsourcing-Partner übernommen wird. Vertreter eines potenziellen Outsourcing-Partners seien bereits im Unternehmen gesehen worden. Nach Ansicht des Betriebsrats gebe es keine wirtschaftlichen Gründe für einen Verkauf der Entwicklung. Der Standort sei gut aufgestellt und in allen Bereichen erfolgreich.

Nach Einschätzung der IG Metall könnte nicht nur die Entwicklung mit ihren 475 Mitarbeitern betroffen sein, sondern es könnten längst weitreichendere Schritte geplant sein. So haben vor kurzem zwei Drittel der Mitarbeiter neue Ericsson-Verträge unterschrieben, in denen sich die Beschäftigten unter anderem verpflichten, sich auch an anderen Ericsson-Standorten einsetzen zu lassen.

Bereits kurz nach der Übernahme von Marconi hatte Ericsson einige hundert Arbeitsplätze abgebaut, sich aber klar zum Standort Backnang bekannt. Heute sind noch etwas mehr als 700 Mitarbeiter in Backnang beschäftigt.

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