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© saniphoto dreamstime.com Elektronikproduktion | 21 Juli 2017

SolarWorld muss Personal abbauen

SolarWorld hat angekündigt, dass eine Fortführung ab 1. August 2017 nur mit reduzierter Belegschaft möglich sein wird.
Angesichts der Auftragslage und der Herausforderungen der Solarindustrie müssten die insolventen Gesellschaften nach dem 31. Juli 2017 signifikant Personalkosten einsparen. Bislang wurde im vorläufigen Insolvenzverfahren nicht nur die Bestandsware verarbeitet und veräußert, sondern darüber hinaus Neugeschäft im niedrigen zweistelligen Millionenbereich generiert. Dadurch seien die Fertigungsstraßen an den Produktionsstandorten im Drei-Schicht-System weiter in Betrieb geblieben.

In diesen acht Wochen des vorläufigen Verfahrens konnte allerdings wegen hoher Produktionskosten nicht genügend Liquidität erwirtschaftet werden, um im Anschluss an den Insolvenzgeldzeitraum ab 1. August 2017 die Personalkosten für die derzeit noch 1'850 Beschäftigen zu leisten.

Parallel dazu hätten interessierte Investoren einen weiteren Prüfungsbedarf von bis zu vier Monaten signalisiert. Die Rechtsverhältnisse seien komplex und die Vorstellungen über künftige Geschäftsszenarien müssten analysiert und kalkuliert werden.

„Somit bewegen wir uns gerade im Spannungsfeld zwischen Rettungsaussichten sowie Perspektiven für SolarWorld einerseits und den aktuellen Sach-, Struktur- und Personalkosten, die wir nicht voll umfänglich erfüllen können, andererseits“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter der SolarWorld AG, Rechtsanwalt Horst Piepenburg. „Ziel ist und bleibt es, dass die insolventen Unternehmen ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit einer reduzierten Belegschaft unter den Bedingungen weiterlaufender Produktion und weiter betriebener Fertigungsstraßen im Interesse potenzieller Investoren und im Einvernehmen mit den Gläubigern fortgeführt werden können.“

Dazu würden gegenwärtig auch Anfragen zu Auftragsarbeiten im Zuge von Lohnfertigungen intensiv geprüft und kalkuliert. Über notwendige Freistellungen könnte deshalb erst in der Woche vor der erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens entschieden werden.

Piepenburg hat die Belegschaften in Freiberg (Sachsen) und Arnstadt (Thüringen) über den aktuellen Stand des vorläufigen Insolvenzverfahrens informiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Bonn wurden schriftlich informiert.

Wegen der bereits im Vorjahr eingeleiteten Personalmaßnahmen in der SolarWorld-Gruppe haben die insolventen SolarWorld-Gesellschaften derzeit noch knapp 1'850 Mitarbeiter (zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags am 11. Mai 2017 waren es knapp 2'200 Beschäftigte).

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2017.08.13 16:10 V8.5.9-1