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© HMD Global Discostu Analysen | 20 März 2017

Ein mutiger Schritt von HMD

Das Startup HMD hat den Schritt gewagt und drei Nokia Android Smartphones produziert.
Dazu arbeitet das Startup-Unternehmen mit EMS-Dienstleister Foxconn. Ein neues Nokia Mobiltelefon soll es auf den Markt schaffen. Dazu muss das Unternehmen Innovation und Nostalgie unter einen Hut bringen. Keines der Produkte soll von einem echten Nokia unterscheidbar sein. Um dieses Ziel zu erreichen, muss man Kunden ansprechen, die sich noch an Nokia-Zeiten erinnern. Damals, in den frühen 2000ern, in denen Nokia der führende Mobiltelefon- und Smartphone-Hersteller war. Gleichzeitig muss das Unternehmen aber vermeiden, dass Nokia als reine Nostalgie-Marke gesehen wird. Der Name muss deshalb modern und aktuell wieder für Innovation stehen.

Zu Spitzenzeiten (im Jahr 2008) lieferte Nokia 468 Mio. Mobiltelefone, davon allein 60 Mio. Smartphones, was einem Marktanteil von 41 Prozent Entspricht. Heutzutage dominiert kein einziger Anbieter den Markt in diesem Ausmaß: Der derzeitige Marktführer Samsung erreichte im Jahr 2016 gerade mal einen Anteil von 19 Prozent. Gemäß dem Analysebericht von IHS zielt HMD nicht darauf ab, ähnliche Volumina wie Nokia zu seiner Bestzeit zu erreichen. Aufgrund eines neuen Geschäftsmodells sowie seiner anderen Organisationsstruktur (im Vergleich zum alten Nokia) muss es aber auch nicht besonders erfolgreich oder profitabel sein. IHS glaubt, dass HMD, sobald es etwas mehr Zeit für seine Forschungs- und Entwicklungsteams hat, ebenso erstklassige Mobiltelefone anbieten wird. Abgesehen davon wird, wenn es zur Abschaffung der 2G-Netze in den USA und Australien kommt, das 3310 in einer wachsenden Zahl von Ländern funktionsfähig sein. Wenn HMD mehr klassische Modelle einführen möchte, vor allem jene, die für Datenanwendung bekannt sind, wie beispielsweise das N95 oder Nokia 7110, dann ist laut IHS die 3G Netzwerkunterstützung das Minimum.

Die Marke Nokia hat seine größten Marktanteil in Wachstumsmärkten und das spiegelt sich in der scharfen Preiskalkulation im niedrigen bis mittleren Bereich der ersten Smartphone-Produkte von HMD wider. In absoluten Zahlen findet man die meisten Nokia Anwender in Indien und Indonesien. Laut IHS muss HMD die Marke Nokia in klassisch starken, aber jetzt schwachen Märkten wie Westeuropa wiederbeleben. Um dies zu tun, muss HMD das starke industrielle Design seines Sortiments betonen, offene Marktkanäle für diese preisgünstigen Modelle nutzen und gleichzeitig die Beziehungen zu den Netzbetreibern wieder aufbauen.

Zudem meint IHS, dass eine Partnerschaft mit Nokias Withings das Nokia-Portfolio von HMD durchaus stärken könnte. Withings bietet unter anderem Smartwatches, Fitness-Tracker, intelligente Waagen und Haushalts-Blutdruckmonitore an. Durch die Zusammenarbeit mit Withings kann HMD nicht nur mit den zahlreichen chinesischen Smartphone-Marken konkurrieren, sondern auch mit den Innovationsführern wie Apple und Samsung, die beide umfangreiche tragbare und gesundheitsorientierte mobile Produkte haben.

HMD ist aber kein altes Nokia. Es ist ein Startup mit dem Ehrgeiz eines Startups (mit einer etablierten Marke im Hintergrund, die einen Kick-Start ermöglicht). Nokia ist sehr daran interessiert, das HMD Erfolg hat. IHS vermutet, dass, wenn HMD erfolgreich ist, Nokia sich am Startup beteiligen oder es direkt kaufen wird. HMD hat eine Lizenz für zehn Jahre, IHS denkt, dass es ein paar Jahre dauern wird, bis sich die Erfolge zeigen, oder eben nicht.

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2017.04.21 15:29 V8.0.7-2