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© ginasanders dreamstime.com Analysen | 03 Januar 2017

Gründerland Israel unterstützt weltweite Automobilindustrie

Gründerland Israel unterstützt weltweite Automobilindustrie mit innovativen Technologien für autonomes Fahren, E-Mobilität und vernetzte Autos
Israel ist das Land der Start-ups: Mehr als 5'000 sind hier angesiedelt; alleine 2015 wurden 1'400 neue gegründet. Das gilt auch und gerade für die Automobilbranche: Derzeit entwickeln circa 500 Start-ups digitale Produkte für die Autoindustrie; in den vergangenen vier Jahren wurden alleine in den Smart Mobility-Sektor rund 1,6 Milliarden Dollar investiert. Das Land verfügt zudem über eine Vielzahl hochspezialisierter Technologieexperten, die ihr umfangreiches technisches Know-how und innovatives Denken vor allem während ihrer Militärzeit sammeln konnten. Damit hat Israel, das bisher vor allem als klassischer Zulieferer der Automobilhersteller (OEM) bekannt ist, für die Branche viel mehr zu bieten. Denn wenn es um Innovationen rund um autonomes Fahren, Elektromobilität und vernetzte Fahrzeuge geht, steht "Silicon Wadi", wie Insider das Land am Mittelmeer nennen, dem Silicon Valley in nichts nach.

Neben der agilen Start-up-Szene, die in den vergangenen Jahren viel Erfahrung im Bereich intelligenter Mobilitätslösungen aufgebaut hat, haben auch Autohersteller ihre Innovationszentren nach Israel verlegt. Damit entstehen sowohl für Start-ups als auch für etablierte OEM und Zulieferer für "Smart Mobility" neues Marktpotenzial und Chancen. Diese vielversprechende Situation sowohl für inländische als auch ausländische Unternehmen haben die Automotive-Experten von Roland Berger in ihrer umfassenden Studie mit dem Titel "Israel´s automotive & smart mobility industry" analysiert.

Israels Start-up-Szene als Vorreiter der Mobilitäts-Trends

"Die israelische Auto- und Smart-Mobility-Industrie entwickelt sich im Bereich E-Mobilität, selbstfahrende Autos und Smart Mobility zum Innovationslabor der weltweiten Automobilbranche", sagt Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger. "Vor dem Hintergrund der Trends und Entwicklungen, die wir weltweit in der Branche beobachten, sollten Autohersteller das Land, seine Talente und deren Ideen im Blick behalten." Denn die Auto- und Mobilitätsbranche wird sich in den kommenden zehn Jahren weltweit stark verändern – getrieben von der technischen Entwicklung genauso wie von regulatorischen Auflagen und den Veränderungen des Nutzerverhaltens. "Dieser Umbruch eröffnet neuen Anbietern und Geschäftsmodellen die Chance, mit ihren Lösungen in den Markt zu kommen", sagt Bernhart. "Und gerade in Israel gibt es hierfür ein besonders großes Potenzial."

Die Mehrzahl der israelischen Start-ups befasst sich mit disruptiven technologischen Innovationen. Und alle Unternehmensgründer eint ihre Zeit beim Militär: Neben einer stark technisch ausgerichteten Ausbildung wird dort vor allem kreatives Denken, lösungsorientiertes Arbeiten und Teamgeist gefördert. Hieraus entstehen auch danach gut funktionierende Business-Netzwerke, die eine offene Kommunikationskultur pflegen und den Zugang zu Talenten und Kapital erleichtern. Dementsprechend ist das Land ein Magnet für große Konzerne, aber auch für Mittelständler, Risikokapitalgeber und andere Investoren, die vielversprechende israelische Newcomer übernehmen oder anderweitig am Boom der Tech-Szene teilhaben wollen.

Die Autoexperten von Roland Berger haben speziell die israelische Automotive- und Smart Mobility-Branche unter die Lupe genommen. Sie ist sehr vielfältig und besteht aus etablierten Unternehmen genauso wie frisch gegründeten Start-ups. Zudem umfasst sie von der E-Mobilität über Autonomes Fahren und Smart Mobility bis hin zu herkömmlicher Fahrzeugtechnik die gesamte Bandbreite der Autoindustrie. "Dabei basieren viele Innovationen auf Technologien, die ursprünglich aus dem militärischen Bereich kommen", sagt Bernhart.

Mit einem Exportanteil von 40 Prozent (OECD: 16 Prozent) ist das Land eines der größten Exportländer für High Tech-Produkte – gute Voraussetzungen also für Start-ups mit digitalen Geschäftsmodellen. Das Land bietet zudem sehr gute Gründungsbedingungen und Finanzierungsalternativen: Neben der Bereitstellung von Inkubatoren, Forschungszentren und öffentlichen Finanzierungsprogrammen seitens der Regierung, engagieren sich zahlreiche Business Angels, Venture Capital-Firmen und Privatinvestoren. Während israelische High Tech-Start-ups 2013 noch 2,3 Milliarden Dollar Investitionen anzogen, waren es 2015 bereits 4,4 Milliarden. Das liegt vor allem am wachsenden Interesse an Technologien und Lösungen für hochautomatisiertes Fahren oder Smart Mobility. Alleine im letztgenannten Bereich wurden in den vergangenen vier Jahren 1,6 Milliarden Dollar investiert. Dabei machen israelische Investitionen nur 15 Prozent aus; der größere Teil kommt von ausländischen Investoren.

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2017.09.15 09:25 V8.7.1-2