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© 2016 Intuitive Surgical Elektronikproduktion | 22 September 2016

Wie Roboter eine Lücke in der Gesundheitsversorgung füllen könnten

Neueste Studien zeigen, dass - ab 2021 - Anbieter von Gesundheitsleistungen und Endverbraucher (zusammen) jährlich mehr als USD sechs Milliarden für AI ausgeben werden.
Die Marktforscher von Frost & Sullivan schätzen, das die Ausgaben von USD 633,8 Millionen (2014) auf USD 6,7 Milliarden (2021) ansteigen werden. Und hier spreche ich nicht vom netten Marshmallow Big Hero 6.

Künstliche Intelligenz wird einen Weg in jeden Gesundheitssektor finden. Warum? Es kann unüberschaubare Mengen an Informationen durchforschen, sich an alles erinnern und dies dann zu unserem Vorteil anwenden (vermuten wir jetzt mal). Auf diese Weise können Symptome einer Erstbewertung unterzogen und auf mögliche (spezifische) Krankheiten eingegrenzt werden. Das spart sowohl Zeit als auch Geld. Vor allem Krankenhäuser die sich keinen eigenen Dr. House leisten können, dürften davon profitieren.

AI könnte - meint Frost & Sullivan - Hilfe bei "unstrukturierten Daten" (Notizen aus früheren Arztbesuchen, Fotos, Berichten, Testergebnissen, etc.) leisten. So könnte man z.B. die Anwendung von Röntgenapparaten und MR-Scans deutlich reduzieren. Und seien wir ehrlich, alles, was unserem Krankenhauspersonal - sehr oft unterbesetzt und unterbezahlt - helfen kann, ist eine gute Sache. Der wahrscheinlich am weitesten verbreitetste und angewendete medizinische Roboter ist das DaVinci Surgical System von Intuitive Surgical. Er wird vor allem bei Eingriffen in den Bereichen Thorakoskopie, Kardiologie oder Urologie angewendet.

Aber auch das System DaVinci kann - wie viele medizinische Roboter - nur das Geschick und das Talent des Chirurgen verstärken. Es ist ganz sicher kein Ersatz für die Fähigkeiten des menschlichen Bediener und die meisten Branchenkenner sind sich einig, dass wir noch einen langen Weg zu wahrer Autonomie vor uns haben.

Wo wir schon ein wenig weiter sind, ist der Pflegedienst an sich. Und hier sprechen wir über Unterstützung durch Roboter. Unterstützung, die ein besseres Leben bieten sollen.

Adam Hagman, Business Developer / Healthcare für das schwedische Robotdalen, erklärt: "Als das schwedische Robotdalen bei einer europäischen Befragung teilnahm, wurden 26'000 Europäer über ihre Haltung gegenüber dem Einsatz von Robotern im Gesundheitswesen gefragt. Vier Prozent der Befragten gab an, dass Roboter bei der Betreuung von Kindern, älteren und behinderten Menschen ihren Einsatz finden könnten. Einer von fünf meinte, dass Roboter im gesamten Gesundheitssektor zur Anwendung kommen sollte."

"Unglaublich große Summen werden in Europa in die Entwicklung neuer Technologien investiert. Die Minister der OECD-Länder schreien nach Innovationen. Gleichzeitig gibt es eine Gesundheitssparte, die mehr oder weniger unvorbereitet ist. Politiker, Ingenieure und Mediziner sprechen oft völlig unterschiedliche Sprachen."

In Schweden hat eine 'Roboter-Krankenschwester' im Gesundheitswesen keine Bedeutung. Die Menschen wollen nicht von einem Roboter betreut werden und ziehen menschliches Pflegepersonal vor. Zudem will man keinen 'Roboter-Kollegen' haben. Ein Roboter der es trotzdem zu einer breiteren Akzeptanz gebracht hast ist der Giraff. Er hilft den Menschen, die zu Hause leben aber trotzdem eine Form der Pflege oder Hilfe benötigen. Giraff ermöglicht es dem Pflegedienst (oder einem Familienmitglied) einen virtuellen Besuch zu machen. Man stelle sich ein Skype-Gespräch vor. Da sich Giraff selbst fortbewegt, muss der Pflegebedürftige keinen Laptop mit sich herumtragen. Wird der Roboter nicht benutzt, dreht sich die Anzeige automatisch in Richtung Wand. So soll die Privatsphäre gewahrt werden.

Das Pflegepersonal wäre so in der Lage die Lebensbedingungen zu überprüfen, Small Talk zu machen oder auch die Vitalparameter zu kontrollieren. Dies würde sehr viel an Effizienz bringen und die Anzahl der Hausbesuche könnte entscheidend verringert werden. Dies soll nicht heißen, dass Giraff - und ähnliche Roboter - Hausbesuche in absehbarer Zeit abschaffen werden.

Ein wesentliches Hindernis für eine breitere Akzeptanz und Nutzung solcher Pflege-Roboter ist die Frage nach Privatsphäre. Unternehmen, die solche Systeme produzieren und / oder anwenden müssen strengen Richtlinien bezüglich der Privatsphäre folgen. Es muss absolut unmöglich sein, das nicht-autorisiertes Personal auf das Gerät zugreifen kann. Wenn es richtig gemacht wird, könnten solche Roboter die Arbeit von Betreuern und das Leben von Patienten gleichermaßen verbessern.

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2016.12.08 23:17 V7.6.3-1