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Allgemein | 27 März 2007

High-Tech-Klimaschutz schafft Wachstum und Arbeitsplätze

„Über 40 Mrd. kWh Strom könnten schon heute in Deutschland jährlich eingespart werden“, meint der Leiter des ZVEI-Vorstandskreises Energie-Effizienz, Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet. Man müsse dafür lediglich die heute schon verfügbaren energiesparenden Produkte und Technologien einsetzen.
Die Stromeinsparung entspräche dem Verbrauch von ganz Hessen oder der Erzeugung von sechzehn 400 MW Kraftwerksblöcken. „Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie könnte damit mithelfen, mehr als 22 Mio. Tonnen CO2-pro Jahr einzusparen.“

Gutberlet forderte die Politik auf, in einer gemeinsamen Anstrengung mit der Wirtschaft Deutschland zum Leitmarkt für Energieeffizienz zu machen. „Unsere Industrie hat in den letzten Jahren eine breite Palette energieeffizienter Produkte auf den Markt gebracht. Wir haben aber feststellen müssen, dass technische Exzellenz und wirtschaftliche Vorteile für unsere Kunden den Markterfolg noch lange nicht garantieren.“ Information und Werbung reichten alleine nicht aus. Der ZVEI schlug im Rahmen eines zeitlich begrenzten Impulsprogramms unter anderem finanzielle Anreize für Endverbraucher vor. So könne der Einsatz von hocheffizienten Kühl- und Gefriergeräten der Effizienzklasse A++ forciert werden. Eine Fortsetzung der degressiven Abschreibung für besonders energieeffiziente Maschinen und Anlagen in der Industrie und ein spezielles KfW-Kreditprogramm zur Erschließung der Einsparpotenziale bei der Straßenbeleuchtung seien weitere sinnvolle Maßnahmen.

Gutberlet zeigte sich überzeugt davon, dass „die Initiative für alle eine klassische Win-win-Situation sei.“ Die Vorteile lägen für die Anwender aus allen Bereichen in Einsparungen bei den Stromkosten, für die Politik in schnell wirkenden Klimaschutz-Maßnahmen und für die Industrie in mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätzen. Den möglichen Arbeitsmarkteffekt bezifferte er auf vier bis fünf Prozent oder 4.000 bis 5.000 zusätzliche Arbeitsplätze in den betreffenden Bereichen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Den Vorschlag, Beleuchtung in den Fokus der Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu rücken, hält J. Robert Pfarrwaller, Vorsitzender des Fachverbandes Elektrische Lampen und Vorstandsmitglied des Fachverbandes Elektroleuchten, für richtungweisend: „Hier lassen sich kurzfristig erhebliche Beiträge zur geplanten CO2- Minderung erreichen. Ein Baustein ist dabei der verstärkte Einsatz von energieeffizienten Lösungen im privaten Umfeld. Noch weit größeres Potenzial aber hat die Erneuerung von Straßen- und Bürobeleuchtung mit den heute bereits von der Industrie angebotenen Lösungen.“ Letztlich ergäbe sich durch den Rückzug aus alten, wenig effizienten Beleuchtungslösungen eine Situation, bei der alle Parteien gewinnen würden: „Die Kunden, weil sie Kosten sparen, die Umwelt, weil die Belastung reduziert wird und auch die Industrie, die sich mit innovativen Produkten gegenüber dem Verbraucher besser positionieren kann“, sagte Pfarrwaller.





Das größte Einsparpotenzial in Deutschland mit 27 Mrd. kWh elektrischer Energie pro Jahr liegt nach den Worten von Günter Baumüller, Vorsitzender des ZVEI-Fachbereiches Elektrische Antriebe, auf seinem Gebiet. Dabei gehe es vorrangig um Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Zentrifugen und andere Aggregate. Diese unterlägen häufig nicht ohnehin einer ständigen Effizienzprüfung wie der eigentliche Produktionsprozess. Antriebe für diese Anlagen machten in der Industrie jedoch zwei Drittel des gesamten Stromverbrauchs aus. „Selbst wenn man nur die Hälfte der häufig noch genutzten mechanischen Regelung gegen elektronische Drehzahlregelung der Antriebe austauscht, würden drei Viertel des in unserem Sektor möglichen Einsparpotenzials realisiert.“ Umgerechnet entspräche das einer CO2-Einsparung von zwölf Mio. t pro Jahr.

Gutberlet wies für den Bereich Kühlgeräte zusätzlich darauf hin, dass in Deutschland noch ca. 29 Mio. dieser Geräte älter als zehn Jahre seien. Die lange Lebensdauer und Funktionstüchtigkeit sowie eine lange wirtschaftliche Amortisationszeit verhinderten einen frühzeitigeren Austausch durch die Verbraucher auf die heute höchste Effizienzklasse „A++“. „Für den Klimaschutz müssen wir dieses aber anstreben.“

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