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Elektronikproduktion | 16 März 2007

BITKOM erhöht Prognose für den deutschen ITK-Markt

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) hat seine Wachstumsprognose für den deutschen ITK-Markt auf 2,0 Prozent erhöht. Die Umsätze mit Informationstechnik, Telekommunikation und digitaler Unterhaltungselektronik sollen im Jahr 2007 auf 149,1 Milliarden Euro steigen.
Bisher war der Verband von 1,6 Prozent Plus ausgegangen. „Nach einem starken Start rechnet die ITK-Branche mit einem erfolgreichen Gesamtjahr“, sagte BITKOM-Präsident Willi Berchtold anlässlich der Hightech-Messe CeBIT in Hannover. „Die Investitionsbereitschaft bei gewerblichen und privaten Kunden ist hoch.“ Wachstumsmotor sind die Informationstechnik mit einem Plus von 3,5 Prozent und die digitale Consumer Electronics mit plus 6,5 Prozent. „Die Geräteverkäufe entwickeln sich positiv und die Top-Segmente Software und IT-Services laufen noch besser als bisher angenommen“, sagte Berchtold. „Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche CeBIT sind so gut wie lange nicht mehr. Die Messe setzt wieder ein Highlight für die Technologiebranche.“ Auch im kommenden Jahr soll sich der deutsche ITK-Markt dynamisch entwickeln: Der BITKOM rechnet für 2008 mit einem Wachstum von 2,0 Prozent auf 152,2 Milliarden Euro.

Die Anteile im ITK-Markt verteilen sich wie folgt: Die Informationstechnik kommt mit den Bereichen Computer-Hardware, Software und IT-Dienstleistungen auf fast 49 Prozent. Die Telekommunikation erreicht mit Kommunikationstechnik und TK-Diensten 44 Prozent. Die digitale Consumer Electronics macht circa 7 Prozent des Gesamtmarktes aus. Ein starkes Wachstum von 3,5 Prozent auf 72,5 Milliarden Euro verzeichnet im Jahr 2007 die Informationstechnik. „Gewerbliche ITK-Anwender und öffentliche Hand investieren intensiv in moderne IT-Systeme“, sagte Berchtold. Der Software-Markt wächst voraussichtlich um 5,7 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro und IT-Services legen um 4,9 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro zu. Der Umsatz mit Computer-Hardware ist zwar wegen des scharfen Preiswettbewerbs leicht rückläufig, aber die Absatzzahlen steigen in den Hauptsegmenten kräftig. So werden nach BITKOM-Schätzung 2007 mit 10 Millionen Stück rund 8 Prozent mehr PCs (Desktop-Computer und Notebooks) verkauft als im Vorjahr.

In der Telekommunikation wird der Umsatz mit 65,9 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. 85 Prozent des Marktvolumens entfallen auf TK-Dienste. Der Umsatz im Festnetz geht zurück, während Datendienste mit plus 6,5 Prozent deutlich zulegen. „Breitband-Internet, insbesondere DSL-Anschlüsse, sind der Treiber auf dem Telekommunikationsmarkt“, sagte Berchtold. Zum Jahreswechsel hatten 37 Prozent aller Haushalte in Deutschland einen schnellen Internetzugang - ein Plus von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Mobilfunk verzeichnet mit plus 1 Prozent ein leichtes Wachstum. „Die Tarife sinken, aber zugleich telefonieren mehr Menschen immer länger mit dem Handy“, sagte Berchtold. Das Gesprächsvolumen ist im Mobilfunk nach Angaben der Bundesnetzagentur im Jahr 2006 um 33 Prozent auf 57 Milliarden Minuten gestiegen. Ein Fünftel aller Telefongespräche entfallen damit auf das Handy. Vor fünf Jahren war der Mobilfunkanteil nur halb so groß.

Die positive Entwicklung der ITK-Wirtschaft ist inzwischen auch auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Aktuell gibt es in den Unternehmen rund 20.000 offene Stellen, wie eine BITKOM-Umfrage ergeben hat. „Die Unternehmen haben zunehmend Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden“, sagte Berchtold. Die Hälfte der ITK-Firmen gibt an, dass der Fachkräftemangel die Entwicklung ihres Unternehmens bremst. 57 Prozent können Stellen mit ITK-Know-how gar nicht oder erst erheblich später als geplant besetzen. Um den Bedarf der Wirtschaft an Ingenieuren und Informatikern decken zu können, fordert der BITKOM, die Reform des Bildungswesens zu forcieren und die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte zu erleichtern.

Seit dem Boomjahr 2000 ist die Zahl der Studienanfänger in der Informatik um ein Viertel zurückgegangen. Nur die Hälfte davon wird einen Abschluss in diesem Fach machen. Um den Fachkräftemangel kurzfristig zu lindern, sei eine Reform der Zuwanderungsregelungen erforderlich. Derzeit müssen ausländische Fachleute mindestens 84.000 Euro pro Jahr verdienen, wenn sie langfristig in Deutschland bleiben wollen. Der BITKOM fordert eine Halbierung dieser „utopischen“ Einkommensgrenze. „Ein grundlegender Sinneswandel der Politik ist wünschenswert“, sagte Berchtold. Volkswirtschaftlich sei es nicht sinnvoll, eine gesteuerte Zuwanderung zu unterbinden. Die Auswahl sollte nach einem Punktesystem erfolgen. Wer Kriterien wie Qualifikation, Sprachkenntnisse und Alter erfüllt und darüber hinaus gute Jobaussichten hat, sollte dauerhaft in Deutschland bleiben können. Berchtold: „Es ist immer besser, Spezialisten ins Land zu holen als Jobs zu exportieren.“

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