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Leiterplatten | 12 März 2007

Sanmina-SCI schließt ehemaliges Siemens-Leiterplattenwerk in Karlsruhe

Rund 270 Beschäftigte der ehemaligen Leiterplattenfertigung von Siemens in Karlsruhe kämpfen um ihre Jobs. Bereits Anfang Februar wurden Betriebsrat und Belegschaft über die Pläne des derzeitigen Eigentümers Sanmina-SCI informiert.
Sanmina hatte das Werk erst im Sommer 2004 von Siemens übernommen und will es nun bis Ende März 2007 schließen. Das ehemalige Leiterplattenwerk von Siemens in Karlsruhe steht keine 3 Jahre nach der Übernahme durch Sanmina-SCI vor dem Aus. Wie die IG Metall Baden-Württemberg am Freitag in Stuttgart mitteilte, kämpfen derzeit 270 Beschäftigte der früheren Leiterplattenfertigung von Siemens um ihre Jobs. Bereits Anfang Februar seien Betriebsrat und Belegschaft über die Schließungspläne des jetzigen Eigentümerkonzerns Sanmina-SCI informiert worden.

Aus Protest ruht seit kurzem die Arbeit. Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall trafen sich am Freitag zu einer Betriebsversammlung. Bislang seien aber sämtliche Gespräche mit der Geschäftsleitung erfolglos geblieben.

Die IG Metall fordert einen angemessenen Sozialplan, sollte die Unternehmensleitung nicht von ihrer Schließungsabsicht abrücken. Bislang hat der US-Mutterkonzern Sanmina-SCI im kalifornischen San Jose für einen solchen Sozialplan gerade mal 1,9 Millionen in Aussicht gestellt. Angel Stürmlinger, Geschäftsführer der IG Metall Karlsruhe dazu heute: "Das ist nicht mehr als ein Nasenwasser für die Betroffenen, die ihren Job verlieren sollen, vor der Arbeitslosigkeit stehen und in den Abgrund von Hartz IV schauen".

Die IG Metall erhebt aber auch schwere Vorwürfe gegen den Siemens-Konzern. Angel Stürmlinger: "Siemens hat seine ehemaligen Beschäftigten sehendes Auges in den Untergang verabschiedet". Er wirft dem Elektronikkonzern weiter vor, durch den Abzug von fast zwei Dritteln der Aufträge für den Sanmina-Standort die Situation des Karlsruher Werkes deutlich verschärft zu haben. "Aber wenn schon keine juristische, so hat Siemens doch zumindest eine moralische Verpflichtung gegenüber seinen ehemaligen Beschäftigten", so Stürmlinger.

Die Beschäftigten fühlen sich unterdessen über den Tisch gezogen. Erst vor zwei Jahren sind sie der Geschäftsleitung entgegen gekommen und haben auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet. Zum Dank will man sie jetzt vor die Tür setzen.

Laut einer Studie des IMU-Instituts ist die Standortschließung für das Unternehmen teurer als eine Restrukturierung. Stürmlinger: "Wir haben Alternativen zu diesem Kahlschlag".

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