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© /PCB Produktion/ruwel/ Leiterplatten | 06 November 2014

Einmal Auferstehung bitte!

Leise und still hat sich der Leiterplatten-Hersteller RUWEL wieder in den Markt zurückgekämpft. Nun traut man sich auch langsam wieder an die Öffentlichkeit.
Der Leiterplatten-Hersteller RUWEL hat schwere Zeiten hinter sich gebracht. Das wissen in der Elektronikbranche viele (wenn nicht sogar alle). Doch das Unternehmen hat sich zurückgekämpft.

Nachdem ich bereits im April mit Geschäftsführer Gerard van Dierendonck über die Entwicklung des Unternehmens sprechen konnte, haben wir uns im Sommer 2014 einmal in Geldern umgeschaut. Und wir haben – das schwöre ich auf die Kochkünste meiner Mama – jeden noch so kleinen Stein umgedreht.

RUWEL ist eines der Leiterplatten-Unternehmen, welche sich nach Insolvenz und Wirtschaftskrise zurück an den Markt gekämpft haben. Man ist sehr viel kleiner (in vielen Bereichen), aber der Erfolg und die Wirtschaftlichkeit sind wieder da. „Das verdanken wir zum einen unseren Mitarbeitern, zum anderen aber auch Unimicron, unserer taiwanesischen Mutter“, erklärt Hans-Gerd Vousten, Leiter Vertrieb bei RUWEL.

Doch wie verwandelt man ein Unternehmen mit nur einem Großkunden, in einen Hersteller, welcher heute viele Kunden aus unterschiedlichen Branchen bedient. „Mit Geduld und Ausdauer“, heißt es übereinstimmend aus dem Management. Sicherlich kommt es nicht oft vor, dass sich ein asiatisches Unternehmen so rigoros und aktiv in Europa engagiert. Man hatte Glück und einen entscheidenden Vorteil: man war auf den Bereich Automotiv spezialisiert. Etwas, dass Unimicron mit Interesse zur Kenntnis nahm.

Die Ängste der ersten Stunden waren, so Hans-Gerd Vousten, schnell verflogen. Man machte sich 'voller Elan' an die Wiederauferstehung. Und dieser Enthusiasmus ist noch nicht verflogen. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass RUWEL derzeit 10 Millionen EUR an Investitionen in der Produktion einsetzen darf. Und da wird es Rico Schlüter, Leiter Technik, Wolfgang Burgermeister und Bart Kempen, beide Leiter Produktion, ziemlich warm ums Herz.

„Man kann nur wirklich in der Top5 agieren, erfolgreich und profitabel sein, wenn man konsequent und ständig investiert, sowohl in die Mitarbeiter als auch in Equipment. Die Entwicklung ist rasant und man muss wirklich kontinuierlich investieren“, so der Technik-Chef. Und daher wurde der Maschinenpark so zu sagen runderneuert.

"Nachdem schon in 2013 in einen Außenlagen LDI investiert wurde, war es in 2014 unsere erste Priorität, unseren Innenlagenbereich weitestgehend zu digitalisieren. Es wurde unter anderem investiert in einen Hakuto Trockenfilm Laminator, einen zweiten vollautomatisierter KLEO LDI für den Innenlagenbereich (mit einer Taktzeit von nur 8,6 Sekunden), eine neue Schmid Premium DES Anlage, zwei Camtek Phoenix AOIs, eine Schmoll XRI Röntgenbohrmaschine und eine DIS Innenlagen Bondingmaschine. Im Bereich E- Test haben wir außerdem investiert in zusätzliche Fingertester ATG-A5 und ATG-A7, sowie in Inkjet für Beschriftungsdruck und es wurde ein neues physisches Labor eingerichtet, um nur einen kleinen Teil der Neuanschaffungen zu nennen."

ANM. D. REDAKTION_ Artikel geht nach der Galerie weiter.

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© evertiq / RUWEL

Nach einer Tour durch die Fabrik, komme ich noch einmal auf die Kundenfrage zu sprechen. Wie soll denn der Sprung von 1 oder 2 Großkunden auf eine breitere Kundenbasis realisiert werden?

„Unser Ziel ist es für 3 Industriebereiche zu fertigen: Erneuerbare Energien, Automotive und Industrie. Weg von einem 100% Fokus auf Automotive und hin zu einem ausgewogenen Kundenportfolio. Mit dieser Vorgehensweise können wir, und davon bin ich überzeugt, erfolgreich am Markt bestehen. Dieses Ziel haben wir noch nicht erreicht, aber wir sind auf einem guten Weg”, so Herr van Dierendonck.

Im Sommer 2013 wurde also damit begonnen diese neue Strategie umzusetzen: Fokus Industriekunden. “Die Einkäufer der großen Automotive Unternehmen sind mittlerweile in Chengdu, Hong Kong oder Shanghai. Automotive zieht sehr stark Richtung Asien. Daher haben wir beschlossen uns neben den Bereichen Automotive und Erneuerbare Energien auch viel stärker auf Industriekunden im Allgemeinen zu fokussieren“, erklärt Rico Schlüter.

Darüber hinaus sind viele europäische Industrie-Unternehmen sehr drauf bedacht ihre Entwicklungsarbeit zu schützen. Man will sein Know-How in Europa halten. Daher wird in den Verträgen oft ein Transfer nach Asien strikt untersagt. Interessante und potentielle Kunden also; für einen Leiterplatten-Hersteller aus Geldern. „Und die Vertriebsleute scheinen im letzten Jahr Überstunden geleistet zu haben. Man verzeichnet Erfolge in diesem Bereich“, heißt es vom Management.

Die Produktion in Geldern war jedoch auf Standard-Leiterplatten mit großen Volumen ausgerichtet und konnte den Anforderungen für Industriekunden nicht wirklich gerecht werden. Man musste anspruchsvoller werden; jedenfalls was die Produktion angeht. „Mit dieser Erkenntnis haben wir uns bei Unimicron gemeldet. Wir müssten in die Fertigung in Geldern sehr viel Geld fließen lassen; und hier haben wir nicht von 1 oder 2 Millionen EUR gesprochen. Sondern von einem Investitionspaket, welches sehr viel schwerer ist und sich über mehrere Jahre erstreckt. Und da hat Unimicron – zu unserer Freude – zugestimmt“, erklärt Herr Schlüter weiter. "Unimicron ist eine Firma, die strategisch sehr gut aufgestellt ist und mit uns gemeinsam zukunftsorientierte und somit langfristige Ziele und Erfolge anstrebt. Diese Entscheidung bedeutet für RUWEL ganz klar, dass Unimicron absolutes Vertrauen in die deutsche Tochter hat und diese Einstellung kann ja nur zum gemeinsamen Erfolg führen."

So wurden im Sommer und Herbst 2014 kräftig 'gebaut'. Es wurde mittlerweile eine neue Platinganlage der Firma Ludy aufgebaut, die es möglich macht, den rasant wachsenden Kundenbedarf an Leiterplatten mit Sacklöchern mit hohen Aspekt-Ratio (1:1,3) prozesssicher zu produzieren. In der vollautomatisieren AOI Außenlage wurden die älteren Dragons AOIs gegen neue Camtek Phoenix HDI Maschinen ausgetauscht.

"Vor einigen Wochen sind wir mit der größten Investition in den letzten 10 Jahre bei RUWEL gestartet, nämlich mit zwei zusätzlichen Ludy Slimplat Platinganlagen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 5.000 Arbeitsplatten pro Woche."

Und damit hört es noch nicht auf….

Für Anfang 2015 steht der Bereich Lötstoppmaske im Fokus. Es wird weiter investiert in eine doppelseitige Sprühbeschichtung und auch in diesem Bereich wird ein LDI installiert. Weiterhin werden auch die letzten Fachbereiche auf den technisch neuesten Stand gebracht, so dass wir im Laufe des nächsten Jahres für die Kundenanforderungen der Zukunft gerüstet sind. Und all diese Umstellungen geschehen neben der normalen Produktion."

Und das geht weder stressfrei, noch ohne zusätzliche Arbeitseinsätze. „Für alle meine Kollegen und mich sind das schon seit einigen Monaten sehr lange Tage. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Ich sehe das jedoch als positiven Stress.“

Warum auch nicht. Unimicron hat für Rico Schlüter den Traum aller Leiterplatten-Hersteller wahr werden lassen. „Ich habe es in meinen 30 Jahren Leiterplatten noch nie erlebt, dass ich eine Produktion so aufbauen und einrichten konnte, wie ich es mir vorstellen würde, wenn es meine eigene Firma wäre. Und ich kann garantieren, dass RUWEL im nächsten Jahr komplett anders aussehen wird.“

Man ist stolz auf das Erreichte und das – so ein unbeteiligter Journalist – fühlt man auch, wenn man einen Besuch in Geldern wagt.

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2017.11.14 20:30 V8.8.9-2