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© Siemens Elektronikproduktion | 18 Juli 2014

StreetScooter mit neuartiger Siemens Elektronik

Die zentrale Siemens-Forschung und der Elektrofahrzeughersteller StreetScooter haben vereinbart, ein Elektroauto mit einer neuartigen Elektronik- und Software-Architektur auszurüsten. Die Technologie wurde im Rahmen des RACE-Projekts entwickelt.
RACE ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertes Forschungsprojekt, bei dem Siemens Konsortialführer ist. Damit wird es erstmals möglich sein – ähnlich dem "Plug & Play"-Prinzip am heimischen PC – Funktionen wie elektrisches Bremsen oder Systeme wie Spurhalteassistenten nachzurüsten. Bis Dezember 2014 wollen die Unternehmen im Siemens-Forschungszentrum München-Neuperlach die RACE-Architektur in einen elektrischen Lieferwagen integrieren. Ziel der Kooperation ist es, die neue Technologie erstmals in der Praxis zu testen.

"Wir glauben, dass RACE ein erhebliches Potenzial bietet und den Aufbau künftiger Autos revolutionieren könnte", sagt Prof. Armin Schnettler, der bei Corporate Technology, der zentralen Siemens-Forschung, das Projekt verantwortet. "In Zukunft erwarten wir einen Einsatz von standardisierter Hardware und flexiblen Apps. Entwicklungszeiten werden deutlich reduziert, gleichzeitig steigt die Individualisierung – nicht nur in der Automobilbranche." StreetScooter erhofft sich mit Hilfe von RACE, neue Funktionen in seinen Autos schnell, flexibel und mit geringem Kostenaufwand selbst entwickeln und anpassen zu können. "Wir möchten nicht nur die Möglichkeiten haben, Updates einzuspielen, sondern auch Erstentwicklungen für unsere Kunden individuell gestalten", sagt Prof. Achim Kampker, Geschäftsführer von StreetScooter. "Mit unserem modularen und adaptierbaren Konzept sind wir eine ideale Plattform für die RACE-Technologie."

Bei RACE (Robust and Reliant Automotive Computing Environment for Future eCars) geht es darum, die immer komplexer werdende Elektronik-Architektur von Autos deutlich zu vereinfachen. Heute sind in einem Mittelklasse-Fahrzeug oft über 70 verschiedene Steuergeräte verbaut, die alle untereinander vernetzt sind. Hinzu kommen mehrere tausend Teilfunktionen, die auf diesen Geräten ausgeführt werden und untereinander Daten austauschen. Bei RACE dagegen steuert eine zentralisierte Rechnerarchitektur das Auto – analog zu Technologien der modernen Luftfahrt, etwa dem "Fly by Wire".

Mit einer solchen einheitlichen Software-Architektur lassen sich neue Funktionalitäten einfach und schnell entwickeln. Zudem können Software-Funktionen ähnlich wie bei Smart Phones auf das Fahrzeug "aufgespielt" werden – das reicht von Infotainment bis hin zu sicherheitskritischen Funktionen wie Fahrerassistenzsysteme. Auch autonomes Fahren wird so erheblich vereinfacht.

Projektpartner von RACE sind die Siemens AG, AVL Software and Functions GmbH, fortiss GmbH, Fraunhofer-Gesellschaft e. V., TRW Automotive, RWTH Aachen, TU München und die Universität Stuttgart. Das Projekt startete 2012, läuft bis Ende 2014 und hat ein Volumen von rund 20 Millionen Euro.

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2017.08.13 16:10 V8.5.9-1