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© stefan-hermans-dreamstime.com Analysen | 28 Januar 2014

Konfliktmineralien: Sind Sie vorbereitet?

Es bleiben nur 4 kurze Monate bis börsennotierte Hersteller von elektronischen Komponenten - welche in den USA Geschäftsaktivitäten haben - die Verwendung von sogenannten Konfliktmineralien angeben müssen. Trotzdem sind viele betroffene Unternehmen mehr als schlecht vorbereitet.
In einem IHS Webinar zu diesem Thema im Dezember 2013, erklärten 42% der teilnehmenden Unternehmen, dass sie nicht sicher wären, was bis Mai 2014 getan werden müsse.

Mindestens 22 Prozent (dieser 42%) erklärte sich 'unsicher', wenn es um die Erfüllung der neuen Vorschriften zu Konfliktmineralien gehe. Daneben gaben 20% an, dass man sich gerade damit befasse einen Plan aufzustellen oder einen "Ansatz auszuarbeiten".

Im Seminar wurden 162 Unternehmen aus allen fünf globalen (geografischen) Regionen befragt. Die Mehrheit der Teilnehmer kam jedoch aus den USA.

Die Protokolle zu Konfliktmineralien traten im August 2012 unter dem Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act (von der Securities and Exchange Commission - SEC - ausgearbeitet) in Kraft. Die börsennotierten US-Unternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, im Mai 2014 einen ersten Bericht vorzulegen.

Im Vergleich zu den Unternehmen die sich hilflos fühlten, bestätigten 23 Prozent, dass man interne Ressourcen nutze, um verlorene Zeit aufzuholen; 9 Prozent verwendeten Referenzdatenbanken von Drittanbietern und 2 Prozent nutzten Tools ihrer Lieferanten. Die restlichen 24 Prozent setzten auf einen Hybridansatz - eine Kombination aus einem praktikablen Ansatz, internen Ressourcen und Referenzdaten von Drittanbietern.

Für 30 Prozent der Befragten bestand die größte Sorge darin, US-Vorschriften möglicherweise nicht einzuhalten. 'Kunden verlieren' wurde von 28% der Befragten als größte Sorge angegeben. 20% wiederum erklärten, dass man keine "verantwortungsvollen Lieferketten habe".

Und trotz der großen Zahl von schlecht informierten Unternehmen, gaben 50 Prozent der Befragten zu, dass man Hilfe von Lieferanten beim Sammeln von Informationen über Konfliktmineralien willkommen heißen würde. Eine aufschlussreiche Statistik, die zeigt, wie wichtig jegliche Art von Hilfe sein könnte.

© IHS

Ein schwieriger Weg

Konfliktmineralien sind Rohstoffe, die vor allem aus der kriegszerstörten Demokratischen Republik Kongo oder aus angrenzenden Ländern stammen.

Bei diesen Materialien handelt es sich unter anderem um Zinn, Tantal, Wolfram und Gold; weit verbreitet in elektronischen Produkten, wie Handys, Hörgeräten oder Herzschrittmacher. IHS schätzt, dass in jedem Smartphone aus dem Jahr 2010 (Dodd-Frank trat in Kraft) Tantal im Wert von USD 0,15 zu finden ist. Das heißt, das sich der Gesamtwert von Tantal in Smartphones - bis 2012 - auf USD 93 Millionen erhöht hatte.

Während die Regeln börsennotierte Unternehmen in den Vereinigten Staaten betreffen, erwerben Elektronik-Hersteller Produkte und Materialien aus der ganzen Welt. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein oder mehrere Lieferpartner verpflichtet sind Informationen über die Beschaffung der vier Konfliktmineralien zu erbringen.

Kosten

Die Einhaltung der SEC-Regeln ist zeitaufwendig und teuer. Der Prozess scheint jedoch nicht so kompliziert zu sein, wie ursprünglich angenommen.

Zu den wichtigsten Verbrauchern von Konfliktmineralien gehören die Schmelzhütten. Und eben diese unterstützen die Bemühungen, so Scott Wilson (IHS). "Smelter sind ein guter Kontrollpunkt und das vereinfacht den Prozess", erklärte Wilson in den Kommentaren zu einem anderen Webinar zu diesem Thema Anfang August 2013.

Dennoch rät Wilson allen Elektronik-Unternehmen in der Lieferkette, alle relevanten Informationen bis Mai 2014 zugänglich zu machen. Selbst wenn ein Unternehmen in seinen Produkten keine Konfliktmineralien verwendet, muss es beweisen, dass man in diesem Punkt Due Diligence hat walten lassen. Hier gibt es Leitfäden, welche bei diesem Prozess helfen. Diese werden von der Organization for Economic Cooperation and Development herausgegeben.

Konfliktlösung

Wilson schlägt vor, dass Unternehmen sich intern auf vier Schlüsselbereiche konzentrieren:
  • Managementsysteme: Die meisten Systeme zum Material Requirements Planning (MRP) und Enterprise Resources Planning (ERP), haben die Fähigkeit den Materialweg zu verfolgen. Sie sind vielleicht nicht dafür programmiert. Unternehmen sollten dies prüfen und gegebenenfalls ändern.
  • Ermittlung und Bewertung von Risiken: Priorisierung Sie die Lieferanten, die am ehesten Konfliktmineralien verwenden.
  • Reagieren Sie auf das Risiko: Wenn Lieferanten keine Informationen zur Verfügung stellen, sollten die Unternehmen alternative Quellen berücksichtigen.
  • Audit der Schmelzhütten: Ein Standard der Electronics Industry Citizenship Coalition ( EICC) bietet die nötige Anleitung.

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