Elektronikproduktion | 19 Dezember 2006

Loewe zahlt gestundete Löhne zurück

Nach einer existenzbedrohenden Krise hat der Fernsehgerätehersteller Loewe aus Kronach in diesem Jahr die nachhaltige Wende geschafft. Nun kann Loewe die im Jahr 2004 knapp 3 Mio. Euro gestundeten Löhne an seine Beschäftigten zurückzahlen.
"Wir haben unseren Mitarbeitern im Rahmen der Restrukturierung vieles abverlangt", sagte Loewe-Chef Rainer Hecker gegenüber der Financial Times Deutschland. "Nun geben wir ihnen einen Teil wieder, verbunden mit einem Dankeschön als Honorierung ihres großartigen Einsatzes." Am Mittwoch wird Hecker den Beschluss auf einer Betriebsversammlung verkünden.

Die Vereinbarung hatte vor allem aufgrund der hohen Verzinsung für Aufsehen gesorgt. Die Beschäftigten hatten dem Unternehmen 2004 ein volles oder ein halbes Monatsgehalt geliehen, nachdem Loewe in eine existenzbedrohende Krise gerutscht war. Hecker hatte seinerzeit versprochen, die Löhne mit einer Prämie von 25 Prozent zurückzuzahlen, sollte das Unternehmen die Wende schaffen. Nach der Hauptversammlung im Mai solle die Ausschüttung erfolgen, sagte Hecker. Ende 2006 läuft zudem eine Sondervereinbarung aus, die eine Gehaltskürzung von zehn Prozent vorsah.

Loewe war 2003 von der plötzlich kräftig anziehenden Nachfrage nach LCD-Fernsehern überrascht worden. Rund 300 Arbeitsplätze wurden seinerzeit abgebaut und das Sortiment vollständig auf die Flachfernseher-Technologie ausgerichtet. Zudem beteiligte sich der japanische Elektronikkonzern Sharp, von dem Loewe unter anderem Flachbildschirme für die Produktion bezieht, mit einer Kapitalbeteiligung von knapp 29 Prozent.

Auch die Aktionäre des Fernsehgeräteherstellers Loewe können 2008 wieder auf eine Dividende hoffen. "Das ist durchaus denkbar, wenn wir unsere Ziele erreichen", sagt Rainer Hecker.

Loewe will im laufenden Geschäftsjahr das operative Ergebnis (Ebit) auf 12 Mio. Euro nahezu versechsfachen. Auch im kommenden Jahr sollen der Umsatz und der Gewinn prozentual zweistellig zulegen, sagte Hecker. "Wir wollen den Schwung ins nächste Jahr mitnehmen."

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