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Elektronikproduktion | 18 Dezember 2006

Gutes Wachstum in allen Segmenten der Autoelektronik

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting ist die Elektronik der zentrale Treiber für beinahe alle neuen Funktionen im Auto. Bis 2015 wird der Markt für Elektrik und Elektronik im Auto daher weltweit um 5,9 Prozent pro Jahr auf 230 Milliarden Euro wachsen und schließlich über 30 Prozent des Fahrzeugwertes ausmachen.
Besonders gefragt sind elektronische Funktionen, von denen der Fahrer direkt profitiert: Sicherheit, Unterhaltung, Information und Bequemlichkeit. Dies sind Ergebnisse der Mercer-Studie Autoelektronik, die neben den Trends in der Elektronik auch die Auswirkungen auf Automobilzulieferer untersucht. Eine Herausforderung für die Industrie liegt in den geplanten Elektronik-Architekturen und -Standards. Wie und wann sie kommen, ist derzeit noch offen. Die Mercer-Studie empfiehlt eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Zulieferern. Aufgrund weltweiter Überkapazitäten und des steigenden Wettbewerbs aus Schwellenländern wird der Kostendruck auf die Zulieferbranche weiter zunehmen. Erfolgreiche Strategien setzen deshalb auf Kostensenkung, aber auch auf Wege, dem Kostendruck zu entgehen. Der Endkunde, so ein weiteres Ergebnis der Studie, wird zunehmend wichtiger für die Elektronik-Zulieferer – einerseits, um die Bestellraten von neuen Funktionen und Sonderausstattungen besser einschätzen zu können, andererseits, um kundenorientierte Produkte auf den Markt bringen zu können. Über mechatronische Komponenten können sich Zulieferer besser vom Wettbewerb differenzieren.
Ob Motor, Bremse, Radio oder Klimaanlage – kaum eine Funktion des Autos kommt heute ohne elektronische Regelung aus. Der Wertanteil der Elektrik und Elektronik im Auto wächst daher kontinuierlich. Heute machen elektrische und elektronische Bauteile sowie Software weltweit bereits durchschnittlich 20 Prozent des Autowertes aus. Bis 2015 wird dieser Anteil laut der Mercer-Autoelektronik-Studie auf über 30 Prozent anwachsen. Da die Zahl der produzierten Autos in diesem Zeitraum voraussichtlich nur um 1,5 Prozent pro Jahr wächst, sind die Automobilzulieferer auf die Wachstumsimpulse der Elektronik angewiesen.

Bereits heute haben Autoelektronik-Zulieferer eine deutlich höhere Profitabilität als der Durchschnitt der Automobilhersteller. Während die Branche insgesamt eine Umsatzmarge von vier Prozent erzielt, liegt der Gewinn von Elektronik-Zulieferern teilweise bei über sieben Prozent vom Umsatz. Champions wie Gentex, der Spezialist für automatisch abblendende Spiegel, oder der Infotainment-Hersteller Harman Int. liegen sogar noch deutlich darüber. „Durch den konstanten Strom an Neuerungen im Fahrzeug wird die Autoelektronik auch in Zukunft deutlich überdurchschnittliches Wachstum und gute Margen ermöglichen“, sagt Dr. Guido Hertel, Automobilexperte von Mercer und Autor der Studie.
Insgesamt kann der Markt für Autoelektrik und -elektronik weltweit bis 2015 um 5,9 Prozent pro Jahr wachsen – dies vor allem dadurch, dass sich bereits existierende Anwendungen der Oberklasse in untere Marktsegmente ausdehnen. Darüber hinaus kommen innovative Features hinzu. Das stärkste Wachstum zeigt dabei die Elektronik für den Innenraum, die laut Mercer-Studie um sieben Prozent jährlich zulegen kann. Der Begriff Innenraum umfasst in erster Linie Infotainment-Anwendungen, Displays und verschiedene Komfortfunktionen. In Zukunft werden beispielsweise Navigationssysteme nicht nur den Weg kennen, sondern auch Verkehrslast, Baustellen und Verkehrszeichen berücksichtigen.

Ein mit knapp sechs Prozent ebenfalls noch gutes Wachstum wird es in den Segmenten Chassis und Karosserie geben. Hier finden sich Elektronik-Anwendungen wie aktive Federung, ABS, ESP und adaptive Lenkung sowie intelligente Scheinwerfer, aktive Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme. Die Systeme in Chassis und Karosserie erhöhen neben dem Komfort insbesondere die Sicherheit. Bald werden Autos selbstständig einparken können und für die Autobahn wird es Spurhalte- und Spurwechselassistenten geben. Künftige Stop-and-go-Automatiken werden in Stausituationen automatisch dem vorausfahrenden Auto folgen können.

Aber auch die Segmente Elektronik für Antriebsstrang und Motor sowie Elektrik und Bordnetz wachsen mit 4,9 bis 5,5 Prozent deutlich stärker als der Rest des Automobilbaus. Haupttreiber der Entwicklung ist der Trend zu treibstoffsparenden und umweltfreundlicheren Antrieben, allen voran die Hybridtechnologie. Durch ihren zusätzlichen Elektroantrieb benötigen Hybridautos zahlreiche neue Elektrik- und Elektronik-Komponenten.
Die Autoelektronik-Studie zeigt aktuelle Trends bei Autoelektrik und -elektronik auf und gibt handlungsrelevante Denkanstöße für Zulieferer. Sie entstand im Laufe der Jahre 2005 und 2006 aus knapp 50 Experteninterviews mit Entwicklungsingenieuren und Führungskräften der ersten und zweiten Führungsebene sowie mit Branchenexperten. Zudem ging die Erfahrung aus zahlreichen Beratungsprojekten für Automobilzulieferer und Automobilhersteller in die Studie ein.

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