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Allgemein | 18 Dezember 2006

ZVEI prognostiziert fünf Prozent Wachstum für 2007

Das kräftige Umsatzwachstum in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wird sich nach Einschätzung des ZVEI 2007 fortsetzen. "Im kommenden Jahr erwarten wir für die zweitgrößte Industriebranche Deutschlands ein Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 184 Mrd. Euro", berichtete ZVEI-Hauptgeschäftsführer Gotthard Graß.
2006 werde der Umsatz sogar um mehr als sechs Prozent auf 175 Mrd. Euro zulegen. Damit erhöhte der Verband seine Prognose aus dem Sommer um gut einen Prozentpunkt. Noch im Juli ging der ZVEI von einer schwächeren Wachstumsdynamik in der zweiten Jahreshälfte aus. Erstmals seit 2000 komme das Wachstum nicht nur aus den Exportmärkten. Der Umsatz mit ausländischen Kunden würde mit einem Plus von gut sieben Prozent zum Wachstum beitragen, der Umsatz aus dem Inland mit plus fünf Prozent. Grund dafür seien anziehende Investitionen der Unternehmen und eine verbesserte Anschaffungsneigung der Konsumenten gerade bei höherwertigen und innovativen Markenprodukten.
Die Wachstumsdynamik der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ziehe sich durch die ganze Branche. Im Jahr 2006 legten insbesondere Investitionsgüter mit durchschnittlich acht Prozent Umsatzwachstum und Gebrauchsgüter mit ungefähr fünf Prozent
Einzige Ausnahme des guten Jahres 2006 sei der deutsche Markt für Bauelemente, der einen Rückgang um knapp ein Prozent verzeichne. Als Ursache nannte Graß den massiven Umsatzeinbruch bei Mikroprozessoren, insbesondere im Inland. Der ZVEI erwartet bereits 2007 wieder eine Annäherung des deutschen Bauelementemarktes an die anhaltend positive Entwicklung des Weltmarktes.
Positiv gestimmt sind auch die anderen Sektoren der global agierenden Industrie. „Die Auftragseingänge am aktuellen Rand machen deutlich“, so Graß, „dass der in diesem Jahr erreichte Schwung bis weit in das Jahr 2007 hineinreicht.“ In den ersten drei Quartalen 2006 habe man fast neun Prozent mehr Bestellungen als im Vorjahreszeitraum verzeichnet. Zwischen August und Oktober legten sie noch um acht Prozent zu. Das erwartete weitere Anziehen der privaten Investitionen im nächsten Jahr sorge ebenfalls für Zuversicht. Und auch der Export werde das Wachstum weiter stützen.
Das anhaltende Wachstum erzeugt nach Angaben von Graß auch Beschäftigungsimpulse in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Seit Jahresbeginn seien 8.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Die Zahl der Kurzarbeiter habe dagegen den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Auch 2007 erwartet der ZVEI weitere Beschäftigungszuwächse in der gleichen Größenordnung wie in diesem Jahr.
Problematisch für immer mehr Unternehmen der Branche sei der Mangel an Fachkräften und Ingenieuren. Dies belegt erneut die gerade abgeschlossene ZVEI-Ingenieurumfrage 2006. Danach würden mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren mehr Elektroingenieure und Informatiker einstellen als 2005. „Ein Viertel der von uns befragten Unternehmen befürchtet, dass der Fachkräftemangel zur Wachstumsbremse wird“, betonte der ZVEI-Hauptgeschäftsführer.
Daneben gebe es auch eine Reihe von Risiken, die das Wachstum hemmen könnten. So drückten Preisrückgänge und hohe Rohstoffpreise auf die Erträge. Außerdem beeinträchtige der starke Euro sowohl die Exporterlöse, als auch das Preisniveau im Euroraum. 2005 habe die Umsatzrendite nach Steuern nach der aktuellen ZVEI-Kennzahlenerhebung gut drei Prozent betragen. 2006 sei hier zwar eine leichte Verbesserung zu erwarten, für 2007 zeichne sich aber schon wieder ein Rückgang der durchschnittlichen Erträge ab. Entsprechend eng seien deshalb die Verteilungsspielräume für die kommenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Graß: „Insbesondere für flächendeckende und nachhaltige Kostensteigerungen gibt es nur wenig Spielraum, wenn dauerhaft mehr Arbeitsplätze in Deutschland entstehen sollen.“

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