Allgemein | 05 Dezember 2006

Neue Details in der Siemens-Affäre

In der Schwarzgeldaffäre bei Siemens hat ein in den Fall verwickelter Manager gegenüber der Staatsanwaltschaft erstmals Adressaten der Zahlungen genannt. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat inzwischen Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen.
Im Zusammenhang mit einem Sicherheitssystem für die Olympiade 2004 in Athen soll Geld an Mitarbeiter von zwei griechischen Ministerien gezahlt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft will in Kürze die Öffentlichkeit über die Ermittlungen informieren. Sollten in den vergangenen fünf Jahren rund 200 Millionen Euro Schmiergeld geflossen sein sollen, dann drohen Siemens einem Bericht des Spiegels zufolge Steuernachzahlungen von bis zu 60 Millionen Euro plus Strafen.

Mittlerweile wurden auch die Büros der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG von der Staatsanwaltschaft durchsucht. "KPMG bestätigt, im Zusammenhang mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München als Zeuge aufgesucht worden zu sein. Diese Ermittlungen richten sich ausdrücklich nicht gegen KPMG", sagte eine Sprecherin von KPMG am Montag. Weitergehende Stellungnahmen wurden mit Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht abgelehnt.
Angeblich soll KPMG bei Buchprüfungen mehrfach auf verdächtige Geldströme gestoßen sein und dies dem Unternehmen gemeldet haben. "Diese Vorgänge sind uns so nicht geläufig", sagte ein Siemens-Sprecher auf Anfrage.
Die bislang nationale Affäre könnte sich rasch zur internationalen Affäre ausweiten. So könnten auch die US-Justizbehörden gegen Siemens ermitteln, wie dies bei einem ähnlichen Korruptionsfall bei Daimler-Chrysler erfolgte. Da Siemens zudem an der New York Stock Exchange gelistet ist, wird voraussichtlich auch die dortige Börsenaufsichtsbehörde SEC sich der Sache annehmen.

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