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Allgemein | 01 Dezember 2006

Bergeweise E-Müll

Fallende Preise und immer kürzere Innovationszyklen lassen die Menge an ausgesonderten Elektronikgeräten und damit den Elektronikschrott-Berg immer schneller anwachsen. Zunehmend wird dieser Schrott in Entwicklungsländern transportiert, wo er oft auf wilden Müllkippen oder in Flüssen landet, sodass die Gifte in das Wasser oder durch Verbrennen in die Luft gelangen.
In dieser Woche fand in Nairobi die internationale Konferenz über die Umsetzung des Basler Übereinkommens zur Kontrolle des grenzüberschreitenden Transports und der Entsorgung gefährlicher Abfälle statt. Jährlich fallen zwischen 30 und 50 Millionen Tonnen Elektronikschrott an. Mittlerweile sind zwar 165 Länder dem Basler Übereinkommen beigetreten, doch wichtige Länder wie Russland und die USA haben das Basler Übereinkommen und andere Abkommen zum Verbot des Exports von gefährlichen Abfällen bislang nicht ratifiziert.
In der EU wächst der Elektronikschrott jährlich um 3 bis 5 Prozent, noch schneller vermehrt sich dieser Müll in den Entwicklungsländern. Dazu kommen die Müllexporte vornehmlich aus dem Norden in den Süden.
Laut einem Bericht des Basel Action Network (BAN) sollen jeden Monat mindestens 100.000 Computer am Hafen von Lagos (Nigeria) eintreffen. In Lagos selbst liegen überall elektronische Geräte herum oder verbrennen auf wilden Müllkippen. Bestandteile der Geräte werden von Menschen ausgebaut und dienen unter anderem als Material für Zäune.
75 Prozent der nach Afrika exportierten elektronischen Geräte und des Zubehörs sind "E-Müll". Also eine über große Entfernungen stattfindende Entsorgung aus entwickelten Ländern und von Unternehmen auf afrikanischen Müllhalden. Da die Kontrollen in den asiatischen Ländern schärfer werden, verlagern sich die Müllströme nach Afrika. Eine UNEP-Untersuchung habe kürzlich auch gezeigt, dass die asiatischen Küstengewässer zunehmend durch Bestandteile kontaminiert werden, die vom Elektronikschrott stammen.
Eine der dringendsten Aufgaben, um die internationalen Mülltransporte zu stoppen, sei eine Einigung darüber, was Abfall und was gebrauchte Waren sind. Allgemein soll im Rahmen des Basler Übereinkommens der grenzüberschreitende Transport reduziert und kontrolliert werden, sodass sich die Abfallströme erkennen und nachvollziehen lassen. Bislang nimmt der internationale Mülltransport allerdings eher zu.

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