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Elektronikproduktion | 12 September 2011

'Unser größtes Wachstumspotenzial liegt in Asien'

Natürlich haben wir auch mit dem Siplace Management über Gegenwart und Zukunftspläne gesprochen. Günter Lauber hat uns Rede und Antwort gestanden.
Welche Investitionen sind für die Standorte in Europa und Asien geplant?

Als einer der weltweit führenden SMT-Equipment-Hersteller ist ASM Assembly Systems weltweit mit eigenen Siplace Vertriebs- und Service-Niederlassungen vertreten. Seit Jahren reinvestiert das Siplace Team mehr als 8% des Umsatzes in Forschung und Entwicklung (FuE). Mehr und mehr wird dabei in Software und prozessorientierte Lösungen wie unsere flexiblen und hocheffizienten Rüstkonzepte investiert.

In Asien sind wir mit je einer eigenen Cluster-Organisation in China und Südostasien in unmittelbarer Nähe unserer Kunden präsent. Durch den Zusammenschluss mit der ASM Pacific Technology verbessert sich unsere regionale Position vor allem in Asien nochmals deutlich. Dabei wird gemeinsam mit Kunden an konkreten Weiterentwicklungen von Maschinenplattformen und auch lokalen Varianten gearbeitet. Schwerpunkte unsere Investitionen in Asien liegen in der Verdichtung unseres Vertriebs- und Servicenetzes und in der Beratung.

Während die ASMPT Headquarters in Singapur sind, befindet sich die Siplace Unternehmenszentrale mit Entwicklung und Produktion ist in unserem Stammsitz in Deutschland. Erst vor zwei Jahren haben wir unsere Maschinenproduktion in München mit Millionen-Investitionen komplett modernisiert.

In den letzten Jahren oft als Auslaufmodell belächelt, haben sich die Elektronikfertiger im Westen neu positioniert. Sie punkten mit hochflexiblen Fertigungen, herausragender Fertigungsqualität und der Integration in die Entwicklungs- und Wertschöpfungsprozesse Ihrer Kunden. Die Wettbewerbsposition der europäischen und amerikanischen Elektronikfertiger hat sich in den letzten Jahren wieder verbessert. Hier investieren wir in neue Service-Konzepte und fortschrittliche Prozesslösungen, um unsere Kunden bei der weiteren Flexibilisierung und Automatisierung zu unterstützen.

Welcher Markt soll als nächstes erobert werden?

Regional gibt es nur wenige Märkte, in denen Siplace nicht bereits präsent und als wichtiger Anbieter anerkannt ist. Etwas anders verhält es sich, wenn man die Märkte nach Hochleistungslösungen im Premium-Segment bis runter zu den kostengünstigen Lösungen für kleine Fertigungen segmentiert.

Hier sehen wir gerade in China und anderen Teilen Asiens ein stark steigendes Interesse an unseren leistungsfähigen Premium-Lösungen. Neue Kunden wie Automobil- oder Medizintechnik-Hersteller stellen den asiatischen Fertigern neue Aufgaben, für die diese in deutlich leistungsfähigere, präzisere Maschinen und Prozesse investieren müssen.

Hier können wir als Premium-Ausrüster punkten. Betrachtet man die Absatzverteilung zwischen Low-End- und High-End-Bestückautomaten so hat sich inbesondere China beim Mix schon fast der amerikanischen Region angenähert – d.h. schon heute sind etwa drei von vier neu installierten Bestückautomaten den High-End-Segment zuzurechnen.

Auf der anderen Seite wollen wir – ohne Abstriche an der Qualität unserer Marke – auch den vielen kleineren und mittelgroßen Fertigern in Asien, Osteuropa oder Nordafrika Siplace Lösungen bieten. Daher arbeiten wir an neuen Sourcing-Strategien und speziellen Lösungsvarianten, um die Stückkosten weiter senken zu können und unsere Portfolio auch preislich für kleine und mittlere Fertiger attraktiv zu machen.

Wo soll der Marktanteil ausgebaut werden?

Unser größtes Wachstumspotenzial liegt in Asien – daher ist der Zusammenschluss mit ASM Pacific Technology so vorteilhaft. Wir haben in Europa eine extrem starke Stellung. Aus dieser starken Position heraus wollen wir in Asien weiter wachsen. Hier sind wir bisher besonders stark mit Installationen bei den großen, international operierenden EMS-Fertigern.

Künftig werden wir aber noch stärker als bisher Lösungen für die regional operierenden, eher kleinen und mittleren Elektronikfertiger anbieten. Viele dieser Unternehmen werden von ausgezeichneten, praxiserfahrenen Technikern gegründet oder geführt. Diese wissen um die technische Überlegenheit unserer Lösungen „Engineering by Germany“ und um unsere Servicequalität – wir müssen Ihnen zeigen, dass sich die Investitionen in herausragende Technik positiv auf ihre Erträge und ihre Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

Viele europäische Länder sind in Geldnöten. Wird es einen zweiten Abschwung geben?

Es stimmt, dass die Schuldenkrise in Europa gewisse Risiken birgt. Derzeit aber erleben wir in Europa und besonders in Deutschland eine starke Gesamtkonjunktur und zusätzlich eine Sonderkonjunktur in der Elektronikfertigung, weil in immer mehr Produkte – Medizintechnik, Maschinenbau, Automobile – intelligente Elektronik eingebaut wird. Als Hersteller mit langjähriger Erfahrung in der Elektronikindustrie wissen wir aber auch, wie schnell diese Nachfrage wieder einbrechen kann. Die Elektronikindustrie wird auch künftig ebenso heftige wie abrupte Auf- und Abschwünge erfahren.

Wie sieht es für Siplace derzeit aus?

Das Siplace Team hat harte Zeiten hinter sich gebracht – mit extremen Konjunkturschwankungen, tief greifenden Umstrukturierungen und dann letztendlich dem Verkauf. Mit der Übernahme durch ASM Pacific Technology ist endlich Ruhe eingekehrt – insbesondere weil das Siplace Team annähernd komplett, als eigenständige Organisation und mit der bestehenden Management-Führung in den ASM-Konzern eingegliedert wurde. Wir konnten uns daher in den letzten Monaten auf unsere Kunden, Produkte und Märkte fokussieren und ganz erheblich vom Aufschwung in der Elektronikindustrie profitieren.

Als Teil eines börsennotierten Konzerns unterliegen ASM Assembly Systems und das Siplace Team strengen Vorgaben in punkto Informationen zur Geschäftslage. Öffentlich bekannt ist, dass Siplace schon unmittelbar nach der Übernahme positiv zum Ertrag der Gruppe beigetragen hat und dass viele Analysten die Übernahme durch den ASM-Konzern als ausgezeichneten strategischen Schachzug mit viel Potenzial bewerten.

Sollte es einen zweiten Abschwung geben, wie will Siplace diesen erfolgreich umschiffen?

Nun, das wäre ja nicht der zweite, sondern bereits der x-te Abschwung in der Elektronikindustrie. Unsere Branche ist bekannt für ihre schnelles Auf und Ab. Gegen diese Zyklen kann ein einzelnes Unternehmen nichts tun – es kann sich nur besser oder schlechter darauf vorbereiten. Wir verfügen heute über eine extrem schlanke und schlagkräftige Cluster-Struktur.

Unsere Investitionen in FuE, die wir übrigens auch in der vergangenen Krise sinnvoll fortgeführt haben, tragen ihre Früchte: Mit Plattforminnovationen wie unserer Siplace SX und Neuerungen bei Software und Services bieten wir Elektronikfertigern derzeit die besten und modernsten Antworten auf die Anforderungen der Märkte.

Das Siplace Team ist weltweit präsent und stets nah am Kunden – dieser persönliche Einsatz wird gesehen und belohnt, erfahrungsgemäß auch in künftigen Krisenzeiten. Mit dem ASM-Konzern verfügen wir über einen wirtschaftlich stabilen Partner, der die Zyklen in der Elektronikindustrie selbst seit vielen Jahren kennt und – sieht man sich die Bilanzen an -selbst stets damit höchst erfolgreich umgegangen ist.

Eines ist klar: ASM und Siplace haben die vergangenen Krisen nicht nur überlebt, sondern sind beide stets gestärkt aus ihnen herausgekommen. Offen gesagt und auch wenn wir wachsam sein müssen: Derzeit ist es unsere wichtigste Aufgabe, unsere Kunden im aktuellen Boom weiter mit bester Produkt-, Liefer- und Servicequalität zu unterstützen und so die eigene Wettbewerbsposition auszubauen.

In welchen Regionen sieht Siplace das grösste Umsatzpotenzial?

Aktuell profitieren wir noch sehr stark von unserer Position und der guten Konjunktur in Europa. Das größte Potenzial für die Zukunft aber liegt zweifellos in Asien. Nicht nur weil der Markt in China und anderen Regionen Asiens dauerhaft über 75% des Weltmarktvolumens konzentrieren wird, sondern auch weil wir hier nach unserem Zusammenschluss mit ASM Pacific Technology über einen deutlich verbesserten Marktzugang verfügen.

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