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Komponenten | 11 Mai 2009

Leoni mit Umsatzrückgang von 36%

Die verschärfte weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Geschäftsentwicklung der Leoni AG Anfang 2009 wie erwartet stark belastet. Nach den extrem nachfrageschwachen Monaten Januar und Februar hat sich der Abwärtstrend im März zwar etwas verlangsamt.
Leoni im ersten Quartal 2009 erwartungsgemäß mit
Umsatzrückgang und negativem Ergebnis
Seit März verstärkte Wirkung des Kostensenkungsprogramms

Jedoch nahm im gesamten ersten Quartal 2009 der Konzernumsatz des Kabelsystemanbieters für die Automobil- und weitere Industrien im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um 36% auf 492,4 Mio. Euro ab (VJ: 770,6). Durch die geringere Auslastung ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf -45,6 Mio. Euro zurück (VJ: 34,1), wobei sich die Verluste im März deutlich reduziert haben. Unter Berücksichtigung der planmäßigen Finanzierungskosten und Steuern wurde ein Konzernfehlbetrag von 49,7 Mio. Euro ausgewiesen gegenüber einem Überschuss von 20,0 Mio. Euro im ersten Quartal 2008.

Um gegenzusteuern, hat Leoni im Januar ein umfassendes Kostensenkungsprogramm eingeleitet, das sich seit März in allen Bereichen zunehmend positiv auswirkt. Die Maßnahmen beinhalten neben einer weltweiten Kürzung von Investitionsausgaben und Sachkosten vor allem die Anpassung der Personalkapazitäten an die geringere Nachfrage. So wurde an fast allen deutschen Standorten Kurzarbeit eingeführt und in den ausländischen Werken die Arbeitszeit weitgehend flexibilisiert und reduziert. Zusätzlich musste die Zahl der Beschäftigten im Berichtszeitraum an verschiedenen Standorten weltweit um insgesamt knapp 6.000 auf rund 45.000 Mitarbeiter per Ende März 2009 verringert werden. In Deutschland sind lediglich etwa 80 Stellen abgebaut worden. Darüber hinaus prüft das Unternehmen derzeit zusätzliche Restrukturierungsaktivitäten. In den ersten drei Monaten wurde das EBIT durch Restrukturierungsaufwendungen von 5,0 Mio. € (Vorjahr: 0,8) belastet.

Starker Absatzeinbruch in der Fahrzeugindustrie
Infolge der heftigen Absatzeinbrüche in der internationalen Fahrzeugindustrie verringerte sich der Außenumsatz im Unternehmensbereich Wiring Systems von Anfang Januar bis Ende März 2009 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 34 Prozent auf 270,1 Mio. Euro (Vorjahr: 411,1). Das EBIT belief sich auf -30,3 Mio. Euro (Vorjahr: 13,4). Der Nachfragerückgang machte sich weltweit und über alle Fahrzeugklassen bemerkbar. Ende März nahmen die Kunden von Leoni, die ihre Abrufzahlen seit Beginn der Krise laufend reduziert hatten, ihre Jahresvorausschau erstmals nicht weiter zurück. Einzelne Abnehmer hoben ihre Produktionsschätzung sogar leicht an. Ungeachtet der schwierigen Marktsituation fanden im ersten Quartal 2009 alle geplanten, für Leoni relevanten Modellwechsel in der Automobilindustrie statt, so dass im Berichtszeitraum die Produktion mehrerer neuer Bordnetz-Systeme anlief.

Robotik, Solar- und Schienenverkehrstechnik als Lichtblicke
Auch bei vielen Abnehmerbranchen des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions hinterließ die Konjunkturkrise Spuren, so dass der Außenumsatz dieses Segments in den ersten drei Monaten 2009 um 38 Prozent auf 222,3 Mio. Euro abnahm (Vorjahr: 359,5). Bereinigt um Effekte aus der Kupferpreisänderung hätte der Rückgang 22 Prozent betragen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich im ersten Quartal 2009 auf -13,8 Mio. Euro nach 21,9 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Neben der Fahrzeugindustrie entwickelte sich die Nachfrage in den Bereichen Telekommunikation, Automatisierungstechnik und Maschinenbau besonders schwach. Dagegen verzeichnete Leoni Zuwächse mit Kabelprodukten für die Robotik, die Schienenverkehrstechnik, die petrochemische und die Solarindustrie.

Aussichten weiterhin von Unsicherheit geprägt
Für das Gesamtjahr 2009 geht Leoni unverändert von einem deutlichenUmsatz- und Ergebnisrückgang aus. Da sich die meisten Kunden mit mittel bis langfristigen Aussagen zur weiteren Entwicklung zurückhalten, kann auch Leoni keine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr abgeben. Für das Gesamtjahr wird weiterhin ein ausgeglichener Free Cashflow angestrebt.

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