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Komponenten | 25 März 2009

Leoni: weitere 10% der deutschen Stellen werden gestrichen

Leoni plant weitere 10% der deutschen Stellen abzubauen, erklärte das Unternehmen auf der Bilanzkonferenz am Dienstag. Leoni beschäftigt zurzeit rund 4300 Mitarbeiter an den deutschen Standorten.
Umfassendes Kostensenkungsprogramm eingeleitet
Leoni erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008, das von einer bislang beispiellosen konjunkturellen Trendwende geprägt war, einen Umsatz von €2,9 Mrd. Im Vergleich zum Vorjahr (2007: €2,4 Mrd.) konnte eine Steigerung von 23% erzielt werden, die auf die Akquisition der ehemaligen Bordnetzsparte von Valeo (jetzt LWSF) zum 2. Januar 2008 zurückzuführen ist. Der Spezialist für Draht-, Kabel- und Bordnetz-Systeme erreichte ein gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigeres Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von rund €55,7 Mio. (2007: €138,1 Mio.) und einen ebenfalls stark verminderten Jahresüberschuss von €5,2 Mio. (2007: €86,2 Mio.). Der starke konjunkturelle Einbruch ab Oktober führte dazu, dass Leoni die plankonforme Geschäftsentwicklung der ersten drei Quartale im Schlussquartal nicht fortsetzen konnte.

Bis einschließlich September 2008 erzielte Leoni in allen wichtigen Märkten beider Divisionen Umsätze und Ergebnisse in erwarteter Höhe. Die meisten Produktionsstandorte waren bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet. In den folgenden Wochen sah sich die Unternehmensgruppe – zunächst in der Automobil-, später auch in anderen Branchen – mit drastischen Nachfragerückgängen konfrontiert, die in Bezug auf Ausmaß und Dynamik bis dahin unbekannt waren. Ein Umsatzeinbruch von rund 25% im Schlussquartal im Vergleich zum Schnitt der ersten drei Quartale und gleichzeitig ein hoher Abwertungsbedarf der Kupferbestände führten zu einer erheblichen Belastung der Ertragslage. Allein der starke Preisverfall des Kupfers im 4. Quartal von 4,57 auf 2,16 Euro/Kilo schmälerte das Quartals-EBIT um rund €21 Mio. Die Ergebnisreduzierung konnte durch sofort eingeleitete Gegenmaßnahmen zwar noch begrenzt, aber nicht verhindert werden.


Kostensenkung durch Anpassung der Kapazitäten
Um den Nachfragerückgang zu kompensieren, hat Leoni im 4. Quartal 2008 ein umfangreiches Programm zur Kostensenkung gestartet, das im Geschäftsjahr 2009 fortgeführt wird. Neben der Begrenzung der Investitions- und Sachausgaben steht die Anpassung der Produktionskapazitäten im Mittelpunkt. Diese umfasste zunächst den Abbau von Überstunden- und Urlaubskonten, später die Reduzierung von Leiharbeitskräften und befristeten Arbeitsverhältnissen sowie die Herabsetzung der Arbeitszeiten und in geringem Umfang auch betriebsbedingte Kündigungen.

Die Mitarbeiterzahl des Konzerns wuchs zum 31. Dezember 2008 auf 50.821 nach 36.855 zum Vorjahresstichtag, wobei die kräftige Steigerung aus der Integration der LWSF-Belegschaft resultierte. Den Höchstwert hatte der Konzern im September mit rund 53.500 Beschäftigten erreicht. in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 mussten jedoch aufgrund der rückläufigen Wirtschaftslage rund 3.000 Arbeitsplätze – überwiegend außerhalb Deutschlands – abgebaut werden.

Ausblick
Für 2009 rechnet Leoni konzernweit mit einer deutlich verminderten Nachfrage im Vergleich zum Durchschnitt des Vorjahres. Wie stark der Rückgang in den von der globalen Rezession betroffenen Märkten über das gesamte Jahr genau ausfallen wird, kann nach heutigem Stand jedoch nicht seriös vorhergesagt werden. In den ersten zwei Monaten des angelaufenen Geschäftsjahres ist ein Umsatzrückgang von 40% im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. In Folge dessen mussten seit 1. Januar 2009 konzernweit weitere 4.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, so dass die Unternehmensgruppe derzeit rund 46.000 Mitarbeiter beschäftigt. Für die kommenden Monate geht Leoni davon aus, dass sich die Nachfragesituation schrittweise partiell erholen wird.

Größtes Augenmerk wird das Unternehmen auf die Sicherstellung eines ausreichenden Cashflows legen, um die bisher gegebene stabile Finanzlage aufrecht zu erhalten. Das zu diesem Zweck eingeleitete Kostensenkungsprogramm in Verbindung mit deutlich gedrosselten Investitionen und einer nochmals verstärkten Reduzierung des Working Capitals soll ermöglichen, dass Leoni im Geschäftsjahr 2009 einen ausgeglichenen Free Cashflow (vor Dividende) erreichen wird. Zur konkreten Umsatz- und Ergebnisentwicklung kann derzeit keine zuverlässige Aussage getroffen werden. Dies gilt auch für die Folgejahre.

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