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Komponenten | 12 März 2009

Deutscher Halbleitermarkt schrumpft 2009 um 23%

„Im Jahr 2009 wird der deutsche Halbleitermarkt voraussichtlich um 23% auf etwas über €7 Milliarden Umsatz schrumpfen“, berichtet Dr. Ulrich Schaefer, Vorsitzender der Fachgruppe ‚Halbleiter Bauelemente’ im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems. Der Marktexperte erwartet einen Nachfragerückgang um 16% in den Bereichen Diskrete Bauelemente, Opto-Halbleiter und Sensoren/Aktuatoren sowie um 24% bei ICs.
Bereits 2008 war auf dem deutschen Halbleitermarkt ein Umsatzrückgang um 13,1% auf knapp €9,3 Mrd. zu verzeichnen. Als Ursachen nennt Schaefer Währungskursveränderungen zu einem schwachen Dollar und einem starken Euro sowie ein Nachfrageeinbruch im letzten Quartal als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise. Auf Dollar-Basis betrug der Umsatzrückgang 6,6%. Der Preisverfall spielte 2008 eine geringe Rolle.

Weltweit beziffert die Branche den Umsatzrückgang im Jahr 2008 mit 2,7% auf knapp $250 Milliarden. Im laufenden Jahr erwartet Schaefer ein weiteres Absinken des Umsatzes mit Halbleitern um 18% auf gut $200 Milliarden, was ungefähr dem Niveau des Jahres 2000 entspricht. Diese Entwicklung werde nahezu gleich von den Segmenten ICs, Sensoren/Aktuatoren sowie Diskrete Bauelemente verursacht. Einzig der Bereich Opto-Halbleiter werde entgegen des allgemeinen Trends mit einer Umsatzzunahme von etwa 3% weltweit weiter wachsen.

Der Absatz von ICs liegt sehr deutlich unter dem seit Jahren zu beobachtenden langfristigen Wachstum der Stückzahlen. „Wir registrieren den stärksten Einbruch in der bisherigen Geschichte des Halbleitermarktes“, so Schaefer. „Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass die für die Prognose verwendeten Marktzahlen im Dezember 2008 erhoben wurden und sich die Geschäftslage momentan sehr schnell verändert.“ Neue Zahlen werden im Mai 2009 erwartet.

In Deutschland stagnierte 2008 der Umsatz bei den Produktsegmenten Diskrete Bauelemente, Opto-Halbleiter und Sensoren/Aktuatoren bei €2,1 Milliarden, nach einer Abnahme im Jahr 2007. Für das Jahr 2009 wird unter Annahme eines festen Wechselkurses eine erneute Reduzierung von 16% erwartet. ICs hingegen verzeichnen im Jahr 2008 einen Umsatzrückgang von 16,3%. Für 2009 erwartet der ZVEI einen weiteren Rückgang um 24%.

Fortgesetztes Wachstum der Automobilbranche in Deutschland
„Aufgrund der Weltwirtschaftskrise hat sich die positive Entwicklung der letzten Jahre im Abnehmersegment Automotive nicht fortgesetzt“, berichtet Schaefer. Der Umsatz ging 2008 um 8% zurück. „Die Ursache hierfür ist die weltweit stark gesunkene Nachfrage nach Neufahrzeugen.“ Dennoch ist der Automotive-Marktanteil in Deutschland um drei Prozentpunkte auf 38% gestiegen. „Japan und Deutschland dominieren mit einem gemeinsamen Marktanteil von etwa 50% der Weltproduktion weiterhin das Automotive-Segment. Dabei liegt Deutschland erstmals knapp vor Japan auf Platz eins.“

Einen ebenfalls starken Umsatzeinbruch von 17% verzeichnet für 2008 die Datentechnik, nach einem stabilen Umsatz im Jahr 2007. Hierdurch verliert sie einen Marktanteil von drei Prozentpunkten und liegt nun bei 29%. Der Marktanteil des Segments Kommunikation ist aufgrund der Abwanderung der Telekommunikations-Aktivitäten aus Deutschland und einem damit verbundenen Umsatzrückgang von 44% auf 10% gesunken. Hierdurch verliert dieses Segment in Deutschland seine Rolle als einer der drei Stützpfeiler des deutschen Halbleitermarktes. Diesen Platz nimmt nun die Industrieelektronik nach einem Umsatzwachstum von 13% ein. Ihr Marktanteil hat sich von 15% im Jahr 2007 auf 20% im Jahr 2008 vergrößert. Eine Ursache hierfür sieht der Verband im gewachsenen Bedarf des Maschinenbaus. Die Konsumelektronik behält trotz eines Umsatzverlustes von 12% ihren Marktanteil von 3%.

Das stärkste Segment, die Automobilelektronik, legte in den letzten zehn Jahren um insgesamt 17 Prozentpunkte auf einen Marktanteil von 38% zu. Die Datentechnik liegt konstant bei knapp 30% Marktanteil. Der Marktanteil der Industrieelektronik ist im gleichen Zeitraum um sieben Prozentpunkte auf 20% gestiegen, wohingegen die Kommunikationstechnik mit einem Marktanteil von heute 10% in den letzten zehn Jahren 19 Prozentpunkte abgegeben hat. Abgeschlagen auf den letzten Platz kommt die Konsumelektronik mit 3% Marktanteil.

ICs verantwortlich für Umsatzabnahme des Weltmarkts
Zur Umsatzentwicklung des Welthalbleitermarkts hat im Jahr 2008 insbesondere die Abnahme des IC-Bedarfs um 4,2% auf knapp $209 Milliarden beigetragen. Dies entspricht einem Umsatzverlust von etwa $9 Milliarden. „Gegen den Trend verzeichneten die Opto-Halbleiter auch weltweit einen Umsatzzuwachs um 12,6% auf $17,9 Milliarden“, berichtet Schaefer. Auch der Umsatz mit Diskreten Bauelementen ist um 0,7% auf $16,9 Milliarden gestiegen. Dem entgegen ist der Umsatz mit Sensoren/Aktuatoren mit minus 0,3% auf $5,1 Milliarden fast konstant geblieben.

Für 2009 prognostiziert der ZVEI für den weltweiten Halbleitermarkt einen Rückgang von knapp einem Fünftel auf fast $205 Milliarden Umsatz. Dabei erwartet die Branche bei ICs eine Abnahme von einem Fünftel, bei den Sensoren/Aktuatoren von 13% und bei den Diskreten Bauelementen von 17%. Für die Opto-Halbleiter hingegen wird ein Wachstum von 3% erwartet.

Die Aufteilung nach Marktsegmenten zeigt für den Welthalbleitermarkt 2008, dass die Datentechnik mit 42% Marktanteil auch weiterhin nahezu jeden zweiten Halbleiter verbraucht hat. Es folgen die Kommunikationstechnik und die Konsumelektronik mit einem Anteil von jeweils 20%. Die Automobilelektronik konnte trotz eines Umsatzrückgangs ihren Anteil bei acht Prozent halten. Mit einem Umsatzzuwachs von 13% und einem damit verbundenen Marktanteilzuwachs um zwei Punkte auf 10% war die Industriesparte der einzige Gewinner bei der Aufteilung nach Segmenten.

China umsatzstärker als Europa
„Die regionale Verteilung der Marktanteile blieb weltweit nahezu unverändert. Offensichtlich sind von der Weltwirtschaftskrise alle Regionen gleichermaßen betroffen“, erläutert Schaefer. Europa und Amerika hatten im Jahr 2008 wie auch schon im Vorjahr einen nahezu gleichen Anteil. Die Region Asien/Pazifik behält ihren Platz als umsatzstärkste Region mit rund 50% Marktanteil. Dabei besaß China im Jahr 2008 einen größeren Mikroelektronikbedarf als Amerika oder Europa. „Japan hingegen, welches bisher die Krise besser als der Rest der Welt überstanden hat, zeigt seit zehn Jahren einen in etwa konstanten Markt“, erläutert Schaefer. „Getrieben wird dieser Markt weiterhin wesentlich durch die high-end-Konsumelektronik.“

Unterdurchschnittliches Wachstum in Europa
Der europäische Markt ist im Jahr 2008 mit minus 6,6% gleich stark wie der deutsche Markt geschrumpft. Der Rückgang hierzulande fällt damit mehr als doppelt so stark aus, wie auf dem Welthalbleitermarkt mit minus 2,7%. Die Abnahme betrug bei ICs 9,4% und bei Sensoren/Aktuatoren 4,2%. Gegen den Trend verzeichneten Opto-Halbleiter einen starken Umsatzzuwachs von fast 25%. Auch die Diskreten Bauelemente wachsen gegen den Trend um 1,6%. „Für 2009 müssen wir uns in Europa auf einen Markteinbruch um 23% einstellen“, fürchtet Schaefer.

Trotz einer Umsatzverringerung von 15% im Jahr 2008 stellte in Europa die Datentechnik mit 32% das größte Marktsegment dar. Auch die Automotive-Branche hält trotz eines Umsatzverlusts von 6% einen stabilen Marktanteil von 21%. Die Kommunikationstechnik belegt bei einem Umsatzrückgang von 9% und einem resultierenden Marktanteil von 20% den dritten Platz. Sie ist dicht gefolgt von der Industrieelektronik, die mit einem Umsatzwachstum von 18% im Jahr 2008 jetzt auf einen Marktanteil von 17% kommt. Die Konsumelektronik hält trotz eines Umsatzverlusts von 9% ihren Marktanteil bei 10% konstant.

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