Komponenten | 29 Oktober 2008

Balda erwartet Verschlechterung in 2008

Für das Geschäftsjahr 2008 ist die Umsatzzielsetzung nicht zu halten. Gründe sind vor allem in der zu erwartenden Abschwächung des Konsums im Zuge der weltweiten Verunsicherung als Folge der Finanzmarktkrise. Insgesamt rechnet das Management mit einem Jahresfehlbetrag in der Balda-Unternehmensgruppe.
Balda erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2008 in ihren fortgeführten Geschäftsbereichen Umsatzerlöse in Höhe von €207,1 Mio. (Vj: €153,0 Mio.). Das ist eine deutliche Steigerung um €54,1 Mio. oder 35,4%. Der Konzern hat im 3Q des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatzvolumen von €103,9 Mio. sein bisher bestes Quartal im Jahr 2008 erzielt.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von Januar bis September betrug €24,3 Mio. (Vj: €19,2 Mio.). Aufgrund von Sondereffekten in Höhe von insgesamt €14,0 Mio. verminderte sich das operative Konzernergebnis (EBIT) zum 30. September 2008 auf minus €5,0 Mio. (Vj: plus €8,0 Mio.). Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete der Konzern ein negatives EBIT von €0,6 Mio. (Vj: €2,6 Mio.). Das Vorsteuerergebnis (EBT) belief sich in der Neunmonatsperiode auf minus €15,1 Mio. (Vj: plus €0,7 Mio.).

Umsatzentwicklung
Die Region Asien steigerte die Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf €196,1 Mio. (Vj: €143,0 Mio.). Das ist eine kräftige Zunahme um €53,1 Mio. oder 37,2%. Die Region Asien steuerte mit 94,7% der Umsatzerlöse (Vj: 93,5%) den größten Anteil zum Umsatzvolumen des Konzerns bei. Sowohl die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Infocom als auch des Geschäftsbereichs Touchscreen trugen zum Wachstum bei.

Die Region Amerika blieb mit einem Umsatzvolumen von €10,1 Mio. leicht hinter den Erlösen des Vorjahres in Höhe von €10,8 Mio. zurück. Die Region Indien verzeichnete mit €1,6 Mio. ein klares Plus gegenüber dem Vorjahr, als noch keine nennenswerten Umsätze anfielen. Die Region Europa betreibt in den fortgeführten Geschäftsbereichen kein umsatzwirksames Geschäft mehr. Aufgrund der starken Umsatzzuwächse kletterte die Gesamtleistung gegenüber der Vorjahresperiode mit €163,4 Mio. auf €218,7 Mio. um €55,3 Mio. oder 33,8%.

Die Personalaufwendungen verzeichneten in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit €33,0 Mio. (Vj: €31,0 Mio.) gegenüber dem Umsatzwachstum trotz der deutlichen Zunahme der Mitarbeiterzahlen auf insgesamt 12.214 Mitarbeiter (inklusive Leiharbeitnehmern, Auszubildenden und Aushilfen) einen unterproportionalen Anstieg.

Ergebnisentwicklung
Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbuchte die Unternehmensgruppe von Januar bis September €24,3 Mio. (Vj: €19,2 Mio.).

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände lagen bei €29,4 Mio. (Vj: €11,2 Mio.). Das ist eine Zunahme um 18,2 Mio. Die Erhöhung hat mehrere Ursachen. Aus Impairment-Abschreibungen, die aus der Überwachung der Werthaltigkeit langfristiger Vermögenswerte gemäß IFRS gemacht werden müssen, sind in allen Regionen Aufwendungen in Höhe von insgesamt €11,5 Mio. angefallen. Daneben trugen stark gestiegene Investitionen in Asien, insbesondere für TPK und Balda Solutions Malaysia, sowie die Abschreibungen auf Kundenbeziehungen in Höhe von €7,2 Mio. (Vj: €3,4 Mio.) zu dem Anstieg bei.

Eigenkapital
Das Eigenkapital verzeichnete mit €131,0 Mio. (31. Dezember 2007: €150,9 Mio.) bedingt durch den Konzernfehlbetrag einen Rückgang von €19,9 Milo. Die Eigenkapitalquote stieg von 35,7% zum Vorjahresende aufgrund der verringerten Bilanzsumme von €348,7 Mio. auf 37,6%.

Ausblick
Der Erhalt der Ertragskraft des Infocom-Geschäfts in Asien und die Vergrößerung sowohl der Kundenbasis als auch des Umsatzvolumens wird von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung des Balda-Konzerns sein.
Die Gesellschaften in Brasilien sind unter strenger Beobachtung. Das Marktumfeld dürfte sich dort nachhaltig verschlechtert haben. Balda wird in dieser Region keine weiteren Mittel investieren. Die Situation in Indien ist weiterhin völlig unbefriedigend. Wenn es Balda nicht gelingt, in der Region Infocom-Umsätze in nennenswertem Umfang zu generieren, ist der Ausstieg aus diesem Markt eine in Betracht zu ziehende Option.

TPK ist ab dem vierten Quartal eine Finanzbeteiligung mit Blick auf einen etwaigen Börsengang, von dem Balda profitieren kann. Gleichzeitig können Balda und TPK personelle, technologische und projektbezogene Kooperationen zum gegenseitigen Nutzen aufbauen.

Auf der Grundlage einer gesicherten und unter den gegebenen Umständen günstigen Finanzierung, dem Verkauf von Balda Medical und der Immobilie in Bad Oeynhausen sowie einer zufrieden stellenden Lösung in Brasilien sieht der Balda-Konzern seine Zukunft im asiatischen Infocom-Markt. Wesentliche Teile der Verwaltung werden in diese Region verlagert, wobei Bad Oeynhausen Sitz der Holding bleiben wird. Nach vollständiger Aufarbeitung der Altlasten und abgeschlossener Restrukturierung sieht das Management die Zukunftsaussichten der Unternehmensgruppe verhalten positiv.

Für das Geschäftsjahr 2008 ist die Umsatzzielsetzung nicht zu halten. Gründe sind der Verlust der quotalen Konsolidierung von TPK im vierten Quartal, die Umsatzrückstände in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sowie die erwartete Abschwächung des Konsums im Zuge der weltweiten Verunsicherung als Folge der Finanzmarktkrise. Insgesamt rechnet das Management mit einem Jahresfehlbetrag in der Balda-Unternehmensgruppe.

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