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Komponenten | 25 September 2008

Analysten stellen Restrukturierung von NXP in Frage

Nach einem Bericht der EE Times Europe fragen sich mittlerweile mehrere Analysten ob die von NXP, dem Halbleiter-Spin-off von Philips, angekündigten Restrukturierungspläne die Zukunft und das Überleben des Unternehmens sicherstellen können.
Laut NXP soll die Restrukturierung rund 800 Mio. USD kosten und pro Jahr Einsparungen von 550 Mio. USD ermöglichen. Mit der Restrukturierung ist eine Schließung bzw. ein Verkauf von vier Werken und ein Abbau von rund 4.500 Arbeitsplätzen vorwiegend in der Fertigung und der Verwaltung verbunden. Zudem will NXP seine restlichen Anteile an dem Wireless Joint Venture mit STMicroelectronics verkaufen. Künftig will sich NXP nur noch auf die Herstellung von von Chips für die Automobilindustrie, die Identifikations-Branche (RFID) und den Heimunterhaltungsbereich konzentrieren.

Malcolm Penn, Gründer und CEO des englischen Marktforschungsunternehmens Future Horizons fragt sich in diesem Zusammenhang, ob diese Maßnahmen ausreichen um NXP wieder auf Kurs zu bringen oder künftig noch mehr Unternehmensteile verkauft werden müssen. Auch erscheinen ihm die erwarteten Einsparungen in Höhe von 550 Mio. USD bei einem Umsatz von 5 Mrd. USD recht hoch, zumal die von der Schließung bedrohten Fabs relativ alt und bereits abgeschrieben sind.

Laut Alfonso Velosa, Research Director bei Gartner, hat NXP allein im ersten Halbjahr 2008 Verluste von 408 Mio. USD erwirtschaftet. Nur durch den Verkauf der Wireless Sparte kann NXP seiner Meinung nach die Kosten nicht ausreichend senken. Entscheidend wird sein wie NXP den Erlös aus diesem Verkauf investiert und was die Restrukturierung letztendlich bringt, meint er.

Andere Analysten sehen dagegen die Konzentration auf einige wenige Märkte zwar als Chance für die Zukunft, gleichzeitig wird das Unternehmen damit auch agiler. Diese Maßnahmen könnten allerdings auch als Vorspiel für einen künftigen Zusammenschluss mit anderen Unternehmen oder einen Verkauf weiterer Unternehmensteile gelten. Schließlich könnten die Investoren, die NXP vor einiger Zeit für mehrere Milliarden gekauft haben, in vielleicht schon drei Jahren Kasse machen wollen, so ein nicht namentlich genannter Analyst.

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