© OpenLicht Komponenten | 29 März 2017

Forschungsprojekt 'OpenLicht' nimmt Arbeit auf

Rund 20 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs fließt in die Beleuchtung. Etwa 80 Prozent davon entfallen auf professionelle Anwendungen wie die Gebäude-, Büro-, Industrie- oder Straßenbeleuchtung und etwa 20 Prozent auf die Beleuchtung von Privathaushalten.
Heute sind individuell einstellbare Lichtanwendungen eher die Ausnahme: Unabhängig von der Tages- oder Jahreszeit sind drinnen wie draußen, daheim wie in Schule, Fabrik und Büro meist nur die fortwährend gleiche Helligkeitsstufe und Lichtfarbe einstellbar.

Ändern will das die Infineon Technologies AG mit ihren drei Forschungspartnern im Projekt „OpenLicht“: der Bernitz Electronics GmbH, der Technischen Hochschule Deggendorf und der Technischen Universität Dresden. OpenLicht soll den kreativen Umgang mit Licht für jedermann ermöglichen, für kleine und mittelständische Anbieter der Lichtindustrie genauso wie für Designbüros, Innenarchitekten, Künstler und Hobby-Elektroniker, die sogenannten Maker. Ergebnis sind bisher nicht gekannte, flexible und für jeden individuell einstellbare Lichtanwendungen.

Das Ziel der dreijährigen OpenLicht-Forschungstätigkeit ist die Erarbeitung einer offenen Entwicklungsplattform für intelligente Licht- und Beleuchtungssysteme, die intuitiv bedienbar sind. Dazu gehört die selbstlernende Vernetzung von Lichtquellen mit den Sensordaten im Netzwerk und mit den Nutzerprofilen. Im Smart Home beispielsweise könnte man dann die bevorzugte Lichteinstellung (Helligkeit, eher warmes oder eher kühles Licht) separat für jede einzelne Lichtquelle und jeden einzelnen Wohnraum einstellen, und zwar angepasst an die jeweilige Tageszeit. Dank selbstlernender Vernetzung passen sich dann Helligkeit und Lichtfarbe zu jeder Tageszeit automatisch den jeweils herrschenden Temperatur- und Wetterdaten und den persönlichen Präferenzen an. Die Open-Source-Plattform der vier Projektpartner wird dabei unterstützen, mit weniger
Zeit- und Kostenaufwand als heute kreative Lichtanwendungen zu entwickeln – auch für Kleinserien oder Einzelinstallationen.

Im Projekt OpenLicht werden drei Anwendungsszenarien untersucht: „Professional Lighting“ für die Zielgruppe der industriellen Anwender, das „Stimmungslicht“ für den Privathaushalt sowie das „Lichtmodellieren“ für Designer, Architekten, Künstler und die Maker. Für jede der drei Anwendungen soll es zum Projektende einen eigenen Demonstrator geben.

Die vier Forschungspartner wollen komplexe, elektronisch gesteuerte Beleuchtungssysteme für einen möglichst großen Nutzerkreis anwendbar machen. Deshalb stehen im Zentrum ihrer Forschung einerseits die Entwicklung einer Open-Source-Plattform, die aus Hardware und Software besteht, und andererseits die Erarbeitung einer intelligenten, intuitiven, selbstlernenden Lichtsteuerung. Ein weiterer Kernpunkt bei OpenLicht ist die dazu notwendige einfache Vernetzung zwischen Sensorik und Aktuatorik über Mensch-Maschine-Schnittstellen für eine intelligente Gebäude-Infrastruktur.

Das Forschungsprojekt OpenLicht endet im August 2019. Sein Gesamtvolumen beläuft sich auf rund EUR 4,5 Millionen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert es im Rahmen des Förderprogramms „Photonik Forschung Deutschland“ mit einer Förderquote von 63 Prozent.

OpenLicht ist eines von zehn Forschungsprojekten, die im Rahmen der Fördermaßnahme „Open Photonik“ durch das BMBF unterstützt werden. Die Zielrichtungen der Open-Photonik-Projekte sind vielfältig: Zu ihnen gehören offene Innovationsansätze, die die Nutzung photonischer Komponenten oder Systeme verbessern, sowie Open-Source-Ansätze, die zu einer breiteren Nutzung dieser Komponenten und Systeme führen. Außerdem schließen sie Ansätze ein, die eine stärkere direkte Bürgerbeteiligung an wissenschaftlichen Projekten ermöglichen.

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