Komponenten | 09 März 2007

ZVEI: Halbleitermarkt weiterhin stark

Im Jahr 2007 wird der deutsche Halbleitermarkt voraussichtlich um fünf Prozent auf knapp zwölf Milliarden Euro Umsatz wachsen, berichtet Dr. Ulrich Schaefer, Vorsitzender der Fachgruppe ‚Halbleiter Bauelemente' im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems.
Das Wachstum werde gestützt durch einen zweistelligen Umsatzanstieg in dem Bereich Diskrete Bauelemente, Opto-Halbleiter und Sensoren, während die ICs ein Wachstum von voraussichtlich vier Prozent verzeichnen würden. Der leichte Umsatzrückgang des deutschen Halbleitermarktes von 3,1 Prozent (auf Euro-Basis) im vergangenen Jahr 2006 sei zum Großteil auf den Preisverfall der Prozessoren und dem damit verbundenen Umsatzrückgang der ICs von 6,7 Prozent zurückzuführen.

„Erstmals in der Geschichte der Mikroelektronik verzeichnet die Umsatzentwicklung auf dem Weltmarkt über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren ein stetiges Wachstum“, stellte Dr. Schaefer fest. „Der Zuwachs im Jahr 2006 lag bei 8,9 Prozent und hob den Umsatz auf 247,7 Milliarden Dollar an.“

Im laufenden Jahr erwartet Dr. Schaefer einen Anstieg des weltweiten Umsatzes mit Halbleitern von ca. acht Prozent auf knapp 270 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung werde maßgeblich von ICs sowie Sensoren und Aktuatoren getragen, wohingegen die Diskreten und Optischen Bauelemente schwächer wachsen würden.

Der Absatz von ICs liege deutlich über dem sich seit Jahren abzeichnenden langfristigen Wachstum der IC Stückzahlen. Unklar sei, so Dr. Schaefer, ob der Überschuss von ca. 16 Milliarden ICs auf einen Aufbau von Lagerbeständen oder auf einen sprunghaften Anstieg des Bedarfs zurückzuführen ist. „Eine Erklärung wäre, dass der große Markt China und die Umstellung auf bleifreies Löten zu einem starken Nachfrageplus geführt haben.“

Eine Trendwende sei bei Diskreten Bauelementen, Opto-Halbleitern und Sensoren/Aktuatoren in Deutschland zu verzeichnen. Nach einem Rückgang im Jahr 2005 sei im vergangenen Jahr der Umsatz um 6,6 Prozent gewachsen. Dieses Wachstum werde sich 2007 mit voraussichtlich nochmals zwölf Prozent weiter verstärken. Bei ICs hingegen sei 2006 ein Umsatzrückgang von 6,7 Prozent zu verzeichnen. Für 2007 erwartet der ZVEI hierfür eine Erholung mit einem vierprozentigen Wachstum.

Kontinuierliches Wachstum der Automobilbranche in Deutschland

Die positive Entwicklung des Abnehmersegments Automotive habe sich mit zwölf Prozent Umsatzwachstum für 2006 nach plus 3,6 Prozent im Vorjahr verstärkt fortgesetzt, teilt der ZVEI weiter mit. Dessen Markt¬anteil betrage in Deutschland nun 32 Prozent. Auch für die Industrie¬sparte sei das Geschäft im vergangenen Jahr mit einem Umsatzplus von zehn Prozent auf 14 Prozent Marktanteil sehr gut gelaufen – nach minus 7,6 Prozent im Vorjahr. Ursache sieht der Verband im gewachsenen Bedarf der Chipkartenbranche. „Da das Chipkartengeschäft jedoch ein sehr volatiler Markt ist, wird dieser Zuwachs starken Schwankungen unterworfen sein“, schränkt Dr. Schaefer ein. Die Datentechnik habe in 2006 14 Prozent weniger Umsatz realisiert nach einem Wachstum von 13,1 Prozent im Vorjahr. Ihr Marktanteil liege nun bei 30 Prozent. Der Marktanteil des Segmentes Kommunikation sei durch einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 21 Prozent gesunken. Trotz eines geringen Umsatzzuwachses von einem Prozent bei der Konsumelektronik verliert diese 0,1 Prozent Marktanteil. Diese Entwicklung zeigt, dass sich das bislang ausgewogene Verhältnis der Marktsegmente des deutschen Marktes mehr und mehr in Richtung Automotive verschiebt.

Wachstum des Weltmarkts in allen Halbleiter-Segmenten

Zum Umsatzzuwachs des Welt-Halbleitermarkts hätten im vergangenen Jahr insbesondere das starke Wachstum der Sensoren/Aktoren von 17,6 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar beigetragen. Umsatzzuwachs sei auch bei der Sparte Opto-Halbleiter mit 9,3 Prozent auf 16,3 Milliarden Dollar zu verzeichnen. Die Umsätze mit Diskreten Bauelementen sei um 8,8 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar und mit ICs um 8,7 Prozent auf 209,5 Milliarden Dollar gewachsen.

Für 2007 prognostiziert der ZVEI für den weltweiten Halbleitermarkt ein Wachstum von acht Prozent auf knapp 270 Milliarden Dollar Umsatz. Dabei erwartet die Branche bei den ICs einen Zuwachs von neun Prozent, bei den Sensoren/Aktoren acht Prozent, bei den Opto-Halbleitern vier Prozent und bei den Diskreten Bauelementen sechs Prozent.

Die Aufteilung nach Marktsegmenten zeige für den Welt-Halbleitermarkt für 2006, dass die Datentechnik mit 43 Prozent Marktanteil nahezu jeden zweiten Halbleiter verbrauche. Zweitstärkste Branche bleibe die Kommunikation mit einem Anteil von 21 Prozent. Die Konsumelektronik stelle wie auch schon im Vorjahr mit einem Anteil von 19 Prozent das drittgrößte Segment dar. Die Automobilelektronik konnte mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent ihren Anteil bei acht Prozent halten. Stärkstes Wachstum verzeichnet die Industriesparte mit 29 Prozent Umsatzsteigerung auf neun Prozent Marktanteil.

Sättigungstendenzen auf dem asiatischen Markt

Die Entwicklung der Regionalmärkte sei sehr unterschiedlich, berichtet Dr. Schaefer. Europa stelle deutlich den kleinsten Markt dar. Asien/Pazifik hingegen näherten sich 50 Prozent Marktanteil, wobei das Wachstum hierbei sehr viel langsamer als in den letzten Jahren fort¬schreite. Japan hingegen verzeichne einen leichten Rückgang und zeige seit zehn Jahren einen weitgehend konstanten Markt. Amerika habe in den letzten zwei Jahren einen beständigen Mikroelektronik-bedarf.

Geringes Wachstum in Europa

Der europäische Markt sei im Vergleich zum Welt-Halbleitermarkt im Jahr 2006 lediglich um 1,6 Prozent gewachsen. Die Zunahme habe bei ICs 1,1 Prozent, bei Sensoren/Aktoren 16,2 Prozent sowie bei Diskreten Bauelementen 12,2 Prozent betragen. Einen starken Umsatzeinbruch hingegen hätten Opto-Halbleiter zu verzeichnen.

Im Jahr 2006 stellte die Datentechnik mit 37 Prozent das größte Marktsegment dar. Der Marktanteil der in Europa zweitstärksten Sparte Kommunikation liege bei 21 Prozent. Die Anteile der Segmente Industrie mit jetzt 13 Prozent und der Konsumelektronik mit zehn Prozent seien 2006 etwas gestiegen. Die Automotive Branche in Europa hat den Umsatz um vier Prozent gesteigert. Sie hält damit ihren Marktanteil von 19 Prozent etwa konstant.

Für 2007 erwartet der ZVEI für Europa ein solides Wachstum von sieben Prozent.

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