Anzeige
Anzeige
Anzeige
© universität stuttgart Markt | 07 Oktober 2014

IEEE Jewell James Ebers Award 2014 für Professor Joachim N. Burghartz

Der Leiter des Instituts für Nano- und Mikroelektronische Systeme (INES) der Universität Stuttgart und Direktor des Instituts für Mikroelektronik Stuttgart (IMS CHIPS), Prof. Joachim N. Burghartz, wird mit dem J.J. Ebers Award ausgezeichnet.
Der renommierte Fachpreis im Bereich Mikroelektronik wird somit erstmals nach über 30 Jahren wieder an einen europäischen Forscher verliehen. Burghartz erhält den Preis für seine Arbeiten an auf Silizium-Chips integrierten Spulen und für die Entwicklung von Technologien und Anwendungen ultra-dünner Silizium-Chips in der flexiblen Elektronik. Der Preis der IEEE Electron Devices Society, der weltweiten Vereinigung elektrotechnischer Ingenieure, wird offiziell am 15. Dezember 2014 in San Francisco bei der Eröffnung der international führenden Mikroelektronik-Fachkonferenz IEDM verliehen.

Prof. Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart gratulierte zur Ehrung und sagte: „Die Verleihung des J.J. Ebers Awards an Joachim Burghartz ist für uns eine große Freude. Sie ist zunächst die persönliche Anerkennung für die großen Forschungsleistungen von Professor Burghartz. Sie ist aber darüber hinaus auch ein Beleg für die herausragenden Errungenschaften der Mikrolektronik am Wissenschaftsstandort Stuttgart.“

Nils Schmid, Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg, beglückwünschte Prof. Burghartz: „Ich gratuliere Professor Burghartz dazu, dass seine herausragende Forschungsarbeit international so breite Anerkennung findet. Dieser Erfolg beweist die Qualität der Spitzenforschung, die an unseren wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg geleistet wird.“

Der Durchbruch zur Integration von Spulen auf einem Silizium-Chip geht auf Burghartz Forschungsarbeiten bei IBM in den USA und eine Veröffentlichung auf der IEDM im Jahr 1995 zurück. Diese legten mit den Grundstein für die heutigen Chips im Bereich der drahtlosen Kommunikationstechnik, die Verwendung finden in Handys, Laptops und vielen anderen Elektronikprodukten. In den folgenden 10 Jahren, bei der IBM-Forschung in den USA und an der TU Delft in den Niederlanden, brachte Burghartz die Technologie der Kommunikationschips mit weiteren maßgeblichen Beiträgen voran.

Nachdem er 2005 nach Stuttgart ging, um das Institut für Mikroelektronik Stuttgart (IMS CHIPS), ein Institut der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW), und gleichzeitig das Institut für Nano- und Mikroelektronische Systeme (INES) an der Universität Stuttgart zu leiten, widmete er sich der Herstellung, Charakterisierung und Anwendung ultra-dünner Siliziumchips für die flexible Elektronik. Auch diese neue Technologie hat das Potenzial neuartiger Elektronikprodukte, wie z.B. flexibler TV Bildschirme. Für diese Arbeiten erhielt Joachim Burghartz im Jahr 2009 den Landesforschungspreis Baden-Württembergs.

Beide in der Widmung der Auszeichnung erwähnten Beiträge haben eine besondere Bedeutung für die Zielsetzungen von „Industrie 4.0“, der vierten Revolution der Industrieautomatisierung, in der die deutsche Industrie eine einzigartige Möglichkeit sieht, die internationale Führung im Maschinenbau, in der Automobilproduktion und in vielen anderen Branchen weiter auszubauen. Grundlage dieses Richtungswandels sind Sensorchips, die Messdaten drahtlos übertragen können und sich flexibel und platzsparend an Bauteile anbringen lassen. Damit können Produkte in der Volumenfertigung personalisiert und zeitgenau hergestellt werden, und international verteilte Fertigungsketten lassen sich optimal beherrschen.

Kommentare

Kritische Kommentare sind erlaubt und auch erwünscht. Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen, Beleidigungen und rassistische / homophobe und verletzende Äusserungen sind nicht erlaubt und werden entfernt.
Weiterführende Erläuterungen finden Sie hier.
Anzeige
Anzeige
Weitere Nachrichten
2017.10.16 14:56 V8.8.6-1